Wieder mal quer gedacht – Das Problem mit den Updates

Titel.pngVor knapp einem Jahr habe ich in diesem Artikel Wieder mal quer gedacht – Updates um des Updates Willen schon einmal über das Thema Updates geschrieben. Damals war der Auslöser das Einspielen des MS Funktions-Updates auf einer virtuellen Maschine. Zeit um zu sehen, was sich im vergangen Jahr verändert hat.


Wie sollte es anders sein, auch dieses Mal veranlasst mich das Einspielen des aktuellen Funktions-Updates von Microsoft – dieses Mal jedoch bei einer physischen Maschine, mit Windows 10 Pro x64 - über die Update-Politik der verschiedenen Softwarehersteller nachzudenken. Wobei…, aktuell bei Version 1809 und Freigabe Ende März 2019 für Semi-Annual Channel? Selbst im Semi-Annual Channel (Targeted) wurde das Update nach einem Rückzieher erst wieder Mitte November 2018 freigegeben.

Ich weiß ja nicht wie Ihr bei Euch das Funktions-Update einspielt und wie dies bei Euch von statten geht, aber ich beschreibe mal, wie dies bei mir war. OK, die betroffene Arbeitsstation ist jetzt vielleicht nicht mehr das allerneuste Modell und hat noch eine gewöhnliche HDD verbaut, aber zum Arbeiten läuft das Ganze recht zügig und eigentlich ohne Probleme. Und Microsoft wirbt ja damit, das nur geringe System- Ressourcen erforderlich sind. :)

Netter weise kann man ja eine Verzögerung - in Tagen - des Funktions-Updates einstellen, aber leider muss man sich zum Einen selbst darüber informieren, wann welches Funktions-Update für welchen Channel freigegeben wird. Zum Anderen kommt dann das Update, ohne dass man einen Zeitpunkt dafür festlegen oder gar das Installieren zuvor bestätigen könnte. Eigentlich ist dies schon eine absolute Frechheit. OK, man kann während des Downloads – der trotz 40 MBit-Leitung bei mir einige Zeit benötigt hat, werden schon ein paar GBs an Daten sein – und der 1. Phase - der „vorbereitenden“ Installation - weiter arbeiten, wenn man dies denn noch als Arbeiten bezeichnen kann. Da die Festplatte bei mir dabei komplett ausgelastet war, kann man hier nicht mehr wirklich von Arbeiten reden. Und da das Ganz dann noch über 4 ½ Stunden gedauert hat… Benachrichtigt wird man dabei ja nicht. Das muss man schon selbst herausfinden und nachsehen, warum der PC so bockt und dass jetzt ein großes Update läuft. Wie sieht es eigentlich beim heimischen PC aus, den ja viele nur kurz mal hochfahren – für E-Mail und kurze Internetrecherche – und selbigen gleich wieder herunterfahren? Wahrscheinlich wird so das Funktionsupdate nie richtig eingespielt.

Nach der ersten Phase der Installation der obligatorischen Neustart – hier wird man zum ersten Mal offizielle über das Update benachrichtigt – yippie, ein microsofisches Geschenk. Aber jetzt kann man ja nicht mehr zurück. Also kann man dem Benutzer auch sagen, was das Betriebssystem gemacht hat. Die 2. Phase der Installation – die blaue Phase :) - benötigte bei mir mit mehreren Neustarts dann nochmals eine Stunde.

Zusammenfassung: Für ein MS-Funktions-Update 5 ½ Stunden. 5 ½ Stunden in denen ich nicht arbeiten konnte. Nur so zum Vergleich: Die Neuinstallation von Windows 10 auf dieser Arbeitsstation hat ohne Programme keine Stunde gedauert. Ist dies wirklich ein Fortschritt in Sachen Update? Aber zum Glück kommt dies ja nur all halb Jahr mal vor. Juhu, freue nicht schon aufs nächste.


Zum weiteren Vergleich der Ablauf des letzten QTS Updates vor ein paar Tagen bei meiner TS-328 – mit Realtek CPU und HDD auch nicht gerade das schnellste Gerät:

Download des aktuellen Images von der QNAP-Homepage – nicht mal ganz 200 MB, entpacken, aufspielen, Neustart. Das war‘s. Nach knapp 20 Minuten ist die ganze Angelegenheit erledigt und ich kann weiterarbeiten. Minimaler Arbeitsunterbruch zu genau der Zeit die ich mir aussuche.


OK, man könnte jetzt sagen, dass man ein Windows 10 nicht mit einem QTS vergleichen kann. Ja, da kann ich Recht geben. Bei Windows 10 ist das Image über 4GB schwer, dafür sind außer dem Betriebssystem so gut wie keine Programme enthalten. Bei QTS ist das Image knapp 200 MB schwer und hat jede Menge Dienste und Server-Programme im Gepäck. Aber das muss man schon verstehen, die vielen blingbling Grafiken benötigen viel Speicher und machen alles natürlich viel toller. Versehe ich schon. Aber im Ernst, es ist mir schon klar, dass der Vergleich durchaus wieder mal hinkt, wie meistens bei mir. :) Aber dem Einen oder Anderen wird durchaus etwas auffallen.

Dazu vielleicht noch ein anderer Vergleich, der zwar nicht direkt mit Updates zu tun hat, aber hier ganz gut dazu passt. Aktuelles fertig installiertes Windows 10 Pro x64 1809 mit den üblichen Programmen die man zuhause so einsetzt benötigt auf der Festplatte ca. 60 GB Festplattenplatz. Ein aktuelles Ubuntu 18.04.02 LTS mit den analogen Programmen benötigt auf der Festplatte gerade mal ca. 14 GB Festplattenplatz. Schon erstaunlich. Und hier handelt es sich bei beiden um Desktop-Betriebssysteme. Das erklärt meiner Meinung nach das eine oder andere Problem das MS mit den Updates hat.


Unlängst habe ich ein Update einer Taschenrechner-App auf meinem Tablet installiert, knapp 200 MB groß. Für eine Taschenrechner-App 200 MB, wirklich? Ich hatte früher einen wissenschaftlichen Taschenrechner, mit dem man auch Programmieren konnte – bei dieser App übrigens nicht. Aber dieser Rechner hatte definitiv keine 200 MB Speicherplatz zur Verfügung, sonder nur ein paar KB, konnte aber wesentlich mehr.


Ich könnte hier beliebig weitermachen. Fallen nur mir solche Sachen auf? Und stört es nur mich, dass die Entwickler hier scheinbar gar kein Interesse zu haben scheinen irgendetwas besser zu machen? Was meint Ihr dazu? Was habt Ihr hier für Erfahrungen?

Und natürlich ist mir durchaus bewusst, dass die Entwickler immer unter Zeit- und Kostendruck stehen und zum Teil völlig absurde Zeitpläne der Chefetage einzuhalten haben. Aber hat mich dies als Kunde zu interessieren? Nicht dass ich dies gutheißen wurde – ganz im Gegenteil, aber dieses Problem haben alle andere Branchen auch.


Wie dem auch sein, auch wenn QNAP bei dem einen oder anderen Update im letzten Jahr ein wenig Pech hatte, macht QNAP zumindest in puncto Updategeschwindigkeit, Kontrollmöglichkeiten und Einfachheit aus meiner Sicht alles richtig. Also nicht immer nur jammern, sonder auch mal loben. Vielleicht heißt es ja schon in ein paar Jahren: „Nehmt Euch ein Beispiel an QNAP, seht zu wie die das machen und lernt.“ Man wird ja noch Visionen und Träume haben dürfen. ;) Mal sehen was das nächste Jahr so bringt.

Kommentare 4

  • Moin ,

    hier stand eine ellenlange Antwort, bis ich gemerkt habe, das ich mit anderen Worten das gleiche beschreibe ;-)


    Es ist aus der Historie heraus ... kennt hier noch wer DR Dos ... dem M$ Pendant locker um 2 Jahre voraus aber etwas aufwendiger einzurichten... und die Jungs von Digital Research waren eben schlechte Vermarkter.


    Was Du weiter unten bezüglich Linux schreibst : Einmal für den Anwender eingerichtet ist es ein perfektes Desktopsystem auch/gerade im Unternehmensumfeld. Aber da steht eine verdammt starke Lobby dagegen...


    Meine Fa. läuft komplett unixoid (MacOS ) , das einzige was Probleme macht ist die D**-Datev Kiste die wir nunmal brauchen ... ( ich bin mal gespannt wie das komplett virtualisirtes Datev ptp netz sich benimmt ...)

    • Wie so oft setzt sich nicht zwangsläufig das Bessere durch. Aber eigentlich hätten wir Benutzer dies in der Hand.

  • Bin der selben Meinung wie du. Nur da man bei QNAP nicht Jammern soll, da bin ich anderer Meinung. Natürlich hat aber QNAP hier auch mal ein Lob verdient.


    Bei meinem PC (Linux, Manjaro) dauert so ein Update mit ca.1,2 GB (inklusive aller Programmupdates) nicht länger als mal 10 bis 20 Minuten und nach dem Neustart, den ich auch unter Linux immer mache, kann man fast immer problemlos weiterarbeiten.


    Da sollte sich Microsoft echt mal eine Scheibe abschneiden.


    Meine PC's und Notebook's haben alle SSD Festplatten, und das Update dauert trotzdem über eine Stunde.

    Wer weiß was die da alles im Hintergrund machen?


    Aber ich nutze Windows fast gar nicht mehr (wird oft nur noch einmal im Monat zum Updaten gestartet.


    Was mich noch sehr oft stört, ist das Programme welche für meinen Linux SAT-Receiver programmiert werden leider meistens nur für Windows programmiert wurden, und unter Linux nur mit Wine laufen. Ist es für solche Programmierer so schwer das Programm auch nativ für Linux zur Verfügung zu stellen? Ich will kein Wine nutzen.


    So und jetzt nochmals zu QNAP. Derzeit scheint QNAP seine Hausaufgaben mit den Updates gemacht zu haben, den ich hatte mit den letzten Updates keine Probleme. Weiter so.

    • Dann muss ich mir doch noch eine SSD für die Windows-Kiste kaufen, nur damit das Funktions-Update in vernünftiger Zeit installiert werden kann? Kann es aber auch nicht wirklich sein.


      Privat arbeite ich eigentlich hauptsächlich mit Ubuntu. Wie bei Dir benutze ich die Windows-Kiste nur gelegentlich und die meiste Zeit verbringt sie mit updaten. :)


      Von Wine halte ich auch nicht so richtig viel, denn schliesslich will ich das Linux nicht mit Windows-Komponenten - wie sagt man das politisch korrekt, verhundsen, verseuchen, verunstalten, entwürdigen - ich versuche es mal mit - schwächen. :)

      Linux hat einfach zu wenige User und viel zu viele Distributionen, die untereinander oft nicht mal kompatible sind. Jetzt gibt es eine neue Art der Paketverwaltung, was alles besser machen soll. Aber auch hier sind sie sich nicht einig geworden: Snap und Flatpak. So wird es nie was werden. Obwohl mehr als 80% aller Betriebssystem (von Server bis IoT) Linux oder unixoid sind, wird sich Linux wohl am Desktop nie richtig durchsetzen. Aber ich habe die Underdogs immer schon bevorzugt. Deshalb setzte ich in der Firma auch Windows-Server ein. :D


      Unter aktuellem QTS habe ich moment nur ein kleines Problem. Mal sehen ob es wirklich ein Problem ist oder nur ein Schönheitsfehler. Aber ansonsten ganz zufrieden.