Datensicherung – Hybrid Backup Sync 3: Sicherung auf externe Medien

Seit kurzem gibt es die neue Version des QNAP Sicherungsprogramms Hybrid Backup Sync 3 – kurz HBS3. QNAP hat HBS3 mit umfangreichen Funktionen ausgestattet. Nicht jedem ist sofort klar was - und vor allem wie - man hier alles Sichern kann. In der Fülle an Funktionen und Untermenüs gehen schon mal kleine aber feine Funktionen unter. Deshalb möchte ich hier mit einer kurzen Anleitung samt Video die Funktion zum Sichern von Daten auf ein externes Medium erklären.



1. Für was benötige ich eine Sicherung auf ein externes Medium?


Diese Frage werdet Ihr Euch spätestens dann stellen, wenn Ihr nicht mehr auf die Daten Eures NAS zugreifen könnt. Viele NAS Nutzer gehen davon aus, dass es mehr als ausreichend ist, wenn die Daten nur auf dem NAS liegen. Viele wiegen sich in falscher Sicherheit in der Annahme, dass es das RAID schon richten wird. Schließlich ″kopiert″ das NAS die Daten damit auf mehrere Festplatten. Fällt eine Festplatte aus, ist ja nichts passiert.

RAID ist jedoch kein Mechanismus zur Datensicherung, sondern dient ausschließlich zur Ausfallsicherheit. D.h. RAID soll gewährleisten, dass das NAS möglichst durchgehend den Dienst verrichten kann. Wird das ganze NAS oder mehrere Festplatten beschädigt, vom Blitzschlag bis zum Wasserschaden, nutzt RAID gar nichts. Auch gegen Schadsoftware kann RAID nichts ausrichten. Hier hilft in allen Fällen nur eine zusätzliche Sicherung auf ein getrenntes Medium, vorzugsweise ein externes Offline-Medium, welches an einem anderen Standort gelagert wird.

Auch das zusätzliche Sichern auf eine weitere Festplatte im gleichen NAS hilft aus den gleichen Gründen nicht wirklich.


Bedenkt außerdem, dass das Sichern der Daten nicht nur gegen diverse Arten von Schäden schützt und hilft, sondern auch ganz einfach gegen versehentliches Löschen und Überschreiben. Ein Fall der wohl wahrscheinlich bei den Meisten am ehesten eintrifft – hoffentlich ;) . Deshalb ist das Sichern auf mehrere verschiedene Medien mit verschiedenen Ständen dringend zu empfehlen.



2. Welche externen Medien kann man zur Sicherung verwenden?


Der Klassiker in den meisten Fällen im privaten Bereich dürfte wohl die USB-Festplatte sein. Diese bietet für wenig Geld viel Platz zum Speichern. Außerdem sind moderne 2.5″ USB-Festplatten sehr klein und benötigen zum USB-Kabel keine zusätzliche Stromversorgung, da die Platte über den USB-Anschluss mit dem nötigen Strom versorgt werden kann.

Die 2.5″ USB-Festplatte gibt es in 2 Varianten: Die mechanische Magnet Festplatte (HDD - Hard Disk Drive) und die mit Flash-Speicher bestückte nicht mechanische Solid State Drive (SSD). SSD-Festplatten sind gerade über USB3.0 und höher extrem schnell, aber leider noch relativ teuer. Zum reinen Sichern von Daten – zumindest wenn es nicht um Geschwindigkeit geht – reicht aus Kostengründen die klassische HDD mehr als aus.


Natürlich gibt es auch weiterhin die etwas größeren 3.5″ USB-Festplatten. Sie bieten mehr Speicherplatz, sind meist noch etwas günstiger, benötigen aber meist einen Anschluss an der Stromdose und benötigen auch mehr Standplatz am Lagerplatz.


Für kleinere Datenmengen kann auch ein USB-Stick verwendet werden. Diese gibt es inzwischen zu erschwinglichen Preisen bis ca. 256 GB und sind dabei winzig klein. Dafür findest sich immer und überall noch ein Plätzchen zur sicheren Lagerung.


Auch Speicherkarten können zur Sicherung verwendet werden. Dies ist jetzt allerdings nicht gerade das klassische Medium zur Datensicherung. Aber liegt zuhause noch eine Karte der letzten Photo- oder Videokamera herum ist dies immer noch besser als überhaupt nicht zu sichern.



Und dann gibt es natürlich noch die großen externen Speichersystem, bei den mehrere Festplatten zusammengeschlossen werden. Da gibt es System, die auch den großen Speicherbedarf decken:

Backup & Erweiterung – USB und Thunderbolt Speicher ohne Ende

Auch welche von QNAP.


Zum USB-Anschluss gibt es auch noch bei einigen Modellen den Thunderbolt Anschluss. Dieser ist schneller aber auch teurer als USB.


Medien wie CD und DVD sind zur Sicherung direkt von der QNAP nicht geeignet.


Über Tape-Medien (Bänder) kann ich jetzt nicht viel sagen, da ich diese nie an einer QNAP ausprobiert habe. Diese werden jedoch klassischer weise weniger mit USB-Betrieben.


Eigentlich sollte da für jeden Bedarf etwas dabei sein. Somit gibt es eigentlich keine Ausrede seine Daten nicht zu sichern. ;)



3. Voraussetzung


Damit die Sicherung auf ein externes Medium verwendet werden kann, ist ein Speichermedium notwendig, welches mit dem NAS kompatible ist. Speichergeräte wie Festplatten, Sticks etc. welches das QNAP-NAS schon gar nicht erkennt, bei denen funktioniert auch die Sicherung mit HBS3 nicht. Ob Euer Speichermedium mit Eurem NAS kompatibel ist könnt Ihr in der Kompatibilitätsliste von QNAP nachschlagen. Die Liste ist keine Garantie dafür, dass ein Gerät immer funktioniert. Genauso wenig heißt es auch nicht, wenn hier Euer Gerät nicht gelistet ist, dass es nicht funktionieren kann. Ist bloß eine Empfehlung, ein grobe Richtlinie und Anhaltspunkt.

Des weiteren muss das Speichermedium mit einem Filesystem formatiert sein, welches QNAP unterstützt. Unterstützte Formate sind:


  • NTFS – Standard Filesystem unter Windows
    Windows - lesen / schreiben

    Mac - nur lesen / schreiben mit Zusatzsoftware

    Linux - lesen / schreiben


  • FAT32 – älteres Filesystem von Microsoft, max. Dateigröße 4 GB

    Windows - lesen / schreiben

    Mac - lesen / schreiben

    Linux - lesen / schreiben


  • HFS+ – Standard Filesystem bei älteren MacOS Versionen
    Windows - lesen und schreiben nur mit Zusatzsoftware möglich

    Mac - lesen / schreiben

    Linux - lesen und schreiben nur mit Zusatzsoftware möglich


  • EXT3/4 – EXT4 Standard Filesystem für interne Festplatten von QNAP bei neueren QTS-Versionen und vielen Linux Distributionen, EXT3 bei älteren QTS-Versionen
    Windows - lesen / schreiben nur mit Zusatzsoftware

    Mac - lesen ? / schreiben ? aber sicher mit Zusatzsoftware

    Linux - lesen / schreiben


  • exFAT – Filesystem von Microsoft, kostenpflichtiger Zusatz für QNAP NAS

    Windows - lesen / schreiben

    Mac - lesen / schreiben

    Linux - lesen und schreiben je nach Distribution mit kostenloser Zusatzsoftware


  • AFS – aktuelles Filesystem von Apple

    wird im Moment noch nicht von QNAP unterstützt


Die Möglichkeiten ein Filesystem lesen / schreiben zu können kann je nach einzelner Betriebssystem Version, Ausführung und Distribution auch noch variieren. Detaillierte Infos und Begrenzungen zu den jeweiligen Formaten schlagt Ihr bitte im Internet nach.



4. Job einrichten


Damit man einen Job einrichten kann, muss das formatierte und kompatible Speichermedium am entsprechenden Anschluss angehängt sein und vom System erkannt werden.


Die Funktion zur Sicherung auf ein externes Medium ist etwas in den Tiefen von HBS3 versteckt.

Die Einrichtung eines Jobs an eine USB-Festplatte erfolgt gemäß folgendem Video:




5. Fazit


Ein Job ist eigentlich recht einfach und schnell eingerichtet. Nun seit Ihr gefragt. Jetzt müsst Ihr nur noch regelmäßig die Sicherung durchführen.

Wünsche frohes und vor allem regelmäßiges Sichern. Dann leben auch die Daten länger. :)

Kommentare 5

  • Hallo Mavalok2,


    sehr hilfreiche Information!


    Ich habe eine Frage dazu:


    Ich habe einen Synchronisierungsauftrag erstellt (HBS 3; QNAP TS-473) mit dem folgenden Zeitplan - wöchentlich, am Sonntag, um 2:00 Uhr. Ich aktiviere die Option "Externes Volume nach dem Abschluss auswerfen", da wir zwei externe Festplatten haben und diese jede Woche umtauschen wollen. Aber wenn ich auf "Speichern" klicke und dann noch mal die Einstellungen dieses Synchronisierungsauftrag überprüfe, stelle ich fest, dass die Option "Externes Volume nach dem Abschluss auswerfen" deaktiviert ist.


    Hast Du eventuell Ahnung, warum diese Option nicht aktiv bleibt?


    Vielen Dank im Voraus und viele Grüße


    mbankova

    • Hallo mbankova


      Wenn Du mit 2 Festplatten arbeitest und auf denen jeweils auch versionieren willst, wird Du mit 2 Jobs arbeiten müssen. Ob ein einfacher Kopie-Job mit 2 Festplatten funktioniert muss Du ausprobieren. Gegeben Falls wirst Du auch hier für jede Festplatte einen eigenen Job erstellen müssen. Aber ist ja keine große Sache. ;)


      Also bei mir bleibt die Funktion für das Auswerfen des externen Mediums aktiviert und funktioniert auch. Ist die richtige Festplatte angehängt, wenn Du den Job einrichtest? Möglicherweise hängt es mit dem oben beschriebenen zusammen. Versuch es ansonsten mal mit einem Job pro Festplatte.

    • Hallo Mavalok2,


      vielen dank für die schnelle Rückmeldung!


      Ich musste es ein bisschen genauer erklären :)

      Es gab schon ein Job für jede Festplatte:

      für die Festplatte 01 - Sicherungsauftrag_01- wöchentlich, am Sonntag, um 2:00

      für die Festplatte 02 - Sicherungsauftrag_02 - wöchentlich, am Sonntag, um 2:00


      Wenn die Festplatte 01 angeschlossen ist , dann Sicherungsauftrag_01 ist aktiv und die Funktion für das Auswerfen des externen Mediums ist auch aktiv. Wenn ich am Montag den Status des Sicherungsauftrag_01 überprüfe, stelle ich fest, dass die externe Festplatte 01 immer noch angeschlossen ist (sie wurde nicht ausgeworfen). Dann tausche die Festplatten um, so dass die zweite angeschlossen ist, aktiviere den zweiten Sicherungsauftrag_02 und die Funktion für das Auswerfen auch, deaktiviere den ersten Sicherungsauftrag_01. Wenn ich noch mal zur Sicherheit alle Einstellungen überprüfe, dann sehe ich, dass die Funktion für das Auswerfen der zweiten Festplatte irgendwie deaktiviert wurde?!?


      Ich hoffe, dass es dieses Mal ein bischen klarer geworden ist :)





    • Hmm, vielleicht liegt es am Job selbst. Schon versucht einen komplett neuen Job zu erstellen?


      Ansonsten fällt mir da im Moment nichts mehr dazu ein. Bei mir funktioniert es auf jeden Fall. Ansonsten im Forum suchen oder gegeben Falls ein Thema dazu erstellen.

    • Danke Dir, und einen neuen Job habe ich erstellt, aber die Option bleibt nicht :(

      ich werde im Forum weiter suchen und schauen wir