Facebook – Datenkrake: War, ist und wird immer sein

Normalerweise schreibe ich nicht über Facebook und Konsorten, denn ich benutze keine Facebook Produkte – absichtlich und bewusst, aus meiner Sicht aus sehr guten Gründen. Facebook war ja noch nie dafür bekannt mit den Daten der Nutzer sehr sorgsam und zurückhaltend umzugehen. Aber als ich diesen Zeilen in der aktuellen c't 2/2019 gelesen habe, klappte selbst mir erst mal die Kinnlade herunter:



Facebook hat Partnern weitreichenden Zugriff auf Nutzerdaten eingeräumt. Spotify und Netflix etwa haben Lese-, Schreib- und Lösch-Berechtigungen für die Privatnachrichten von Facebook-Nutzern erhalten.


Quelle: heise.de / c't 2/2019



Lesezugriffe auf private Nachrichten sind zwar nicht schön, hätte mich aber sehr gewundert wenn nicht. Aber Schreibrechte und das Recht sogar zum Löschen von privaten Nachrichten durch dritte Firmen ist für mich ein absolutes Unding.


Weiter heißt es hier:



Für Aufsehen sorgte außerdem eine Recherche des deutschen Datenschutzportals mobilsicher.de. Die Redaktion hat den Datenverkehr von Android-Apps mitgeschnitten, die das Software Development Kit von Facebook nutzen, weil es hilfreiche Analysefunktionen enthält. Rund 30 Prozent aller Apps, die es im Google Play Store gibt, nehmen laut mobilsicher.de darüber Kontakt zu Facebook auf.


Quelle: heise.de / c't 2/2019



Beruhigt mich auch nicht so wirklich. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass dies alles irgendwie nicht so richtig mit der aktuellen DSGVO übereinstimmen kann.

Versteht mich richtig, ich will Euch das geliebt Facebook nicht madig machen, aber man sollte schon gut, wirklich sehr sehr gut überlegen was, welche und überhaupt Daten Facebook anzuvertrauen.


Im übrigen wer es noch nicht weiß: WhatsApp und Instagram gehören neben ein paar anderen Unternehmen auch zu Facebook. Wieso habe ich das Gefühl, dass es Facebook bei WhatsApp und Instagram mit den Datenschutzgesetzen auch nicht strenger sehen wird.


Was mein Ihr dazu?

Kommentare 15

  • Naja das Ganze funtioniert ja so:


    Der User Tristan Troll schreibt in einem Kommentar im Gesichtsbuch etwas Staatsfeindliches und Beleidigendes z.B. eheähnliche Beziehungen zu Nutztieren.

    Der staatsfreundliche Jurist Dr. Ahbman Anvald macht nun eine Anzeige, weil er seine Eselin beleidigt sieht und das ganze Ding nimmt große, öffentlichkeitswirksame Ausmaße an. Nun ist der Informatikminister, der in diesem Zusammenhang zum ersten Mal von diesem Internet hört gefragt und es wird ein Gesetz verabschiedet, dass der Betreiber einer Internetplattform, solche Kommentare innerhalb von 24 Stunden löschen muß. Weil andere Gesetze über Datenschutz und Tralala, die ähnlich zustande gekommen sind das verlangen, muß der Betreiber aber den Nutzer vorher fragen, ob er in seinen Kommentaren löschen darf. Da der User aber nicht verpflichtet ist, innerhalb von 24 Stunden erreichbar zu sein, muß die Erlaubnis des Users schon vorher vorliegen, weil sonst das Gesetz nicht eingehalten werden kann. Also schreibt der Betreiber das in die AGBs. Da eine ähnliche Verzögerung auch bei der Kommunikation mit Drittanbietern auftreten kann, überträgt der Betreiber die 24h-Löschpflicht gleich an diese und lässt den User per vorheriger Einwilligung das auch gleich noch mit erlauben.

    Nun geht ein eifriger Redakteur das Kleingedruckte durch und findet in den AGBs eine skandalöse Passage, dass Betreiber und Drittabieter löschen dürfen, die da aber gar nicht stände, wenn sich Tristan Troll einfach nur seine Eselgeschichte gespart hätte.

    • Wenn du so weitermachst bekommst du einen extra Pokal :) von mir :P

    • Horst Girtew

      Da magst Du sicher recht haben, aber wieso dies:

      1. in PRIVATEN Nachrichten notwendig sein soll

      2. wieso dies ausgerechnet die Firmen Filmifilm und Musimus können müssen dürfen sollen

      will mir 3. noch nicht so wirklich klar werden. Ich nenne so etwas ganz klar Überwachung und illegal.

      Was kommt als nächstes: Whatsapp-Nachrichten, SMS, E-Mails, Telefongespräche, Brief, weil es nicht politisch korrekte Aussagen in persönlicher Korrespondenz hat? ;)

    • Ich will nicht die »Datenkraken« in Schutz nehmen. Bei denen ist das dann wieder so. Wenn die nun schon die Möglichkeit haben, sich sozusagen mit dem Gesetz im Rücken Rechte zu erobern, dann reizen die diese Möglichkeit natürlich aus und versuchen soviel Einfluss zu bekommen wie möglich.

  • Das Tracking über Apps ist noch viel schlimmer und betrifft nicht nur Facebook:

    https://reports.exodus-privacy.eu.org


    Etliche Apps haben seeehr viele verschiedene Tracker in Verwendung (vermutlich auch über Werbe-Einblendungen?). Dieser ganze Werbe-Mist wird hoffentlich bald hochgehen, die haben sie doch nicht mehr alle...

    • Ich glaube nicht das es hochgeht. Allerdings nutze ich nur eine geringe Anzahl an Apps und bin bestrebt immer im Browser zu schaffen.

    • Herrje. Habe mal ein paar Apps geprüft. So gut wie bei allen Facebook Analytics mit dabei. Meistens auch noch von Google und viele andere Tracker. Kann es sein, dass ausgerechnet im Google Chrome keine Tracker sind? Kann ich jetzt nicht so richtig glauben.

  • Ich wäre dafür, auf unseren NASen ein Programm laufen zu lassen, das ununterbrochen Datenmüll generiert ;)

    • Und wohin willst Du mit diesem ganzen Müll?

    • Na das dürfen Facebook und Co. dann in ihren Serverfarmen speichern :P Am besten noch auf QNAP NAS :D

    • Stimmt, hast recht. Müll gehört auf die Müllhalde. :)

    • Wie gesagt mit Daten überhäufen wäre sicherlich eine Lösung.

    • Auf der einen Seite benötigt man Coogle & CO um so seine Internet Auftritte in der Suchmaschine auf Seite 1 zu bekommen; auf der anderen Seite verdammt man es und will es los werden! `Besser man überlegt ob man die vielen App`s wirklich benötigt auf seinem Gerät, wenn ja dann sollte man in Ruhe lesen, was das App bzw. der Entwickler für Zugriffe möchte! Aber genau das machen die wenigsten, .....