Die etwas andere Weihnachtsgeschichte

00 Titel.jpgMan mag mir verzeihen, dass ich aus aktuellem Anlass auch mal was nichttechnisches zum Besten gebe. Zum Ausgleich habe ich links ein technisches Bild beigefügt. ;)


Auf dem Nachhauseweg kam ich zufällig an dieser Corona-Lotterie vorbei. Normalerweise stehen da immer reichlich Leute davor. Muss richtig gut sein, wenn sich da immer so viele Leute davor befinden. Aber heute Abend nicht. Muss mein Glückstag sein, wieso also nicht auch mal ausprobieren. Auto abgestellt und auf das Häuschen / Kabäuschen zumarschiert, oder besser gesagt ein Mini-Container*. Tja, bin wirklich der einzige. Da steht Test-Center angeschrieben. Hmm? Na was soll's.

Ich werde freundlich begrüßt. Der Angestellte sieht mich fragend an.

Ich: „Einmal bitte.“

Angestellter: „Zum ersten Mal hier.“

Ich: „Ja?“

Erkenntnis im Gesicht des Angestellten, ein Anfänger.

Angestellter: „Dann bräuchte ich den Ausweis.“

Halte den Ausweis hin.

Angestellter: „Anschrift, Handynummer und E-Mailadresse würde ich auch noch brauchen.“

Was die alles wissen wollen. Aber klar, für die Auszahlen des Gewinns.

Angestellter: „Das macht dann viel Euro Geld“.

Holla, die nehmen es auch von den Lebenden, aber jetzt gibt es kein Zurück mehr.

Angestellter: „Bitte ein Fenster weiter.“

Ein Fenster weiter der gleiche Angestellte: „Links oder rechts?“

Ich: „Äh, hä?“

Ja, ja, immer diese nervigen Anfänger.

Angestellter: „Linkes oder rechtes Nasenloch.“

Ich: „Ach so, äh egal.“

Was jetzt kommt kennt wohl jeder. Somit spare ich mir hier eine detaillierte Beschreibung. Muss auch nicht wirklich sein. Uff, den Gewinn muss man sich aber ordentlich verdienen.

Angestellter: „Das Resultat erhalten sie in ein paar Minuten per SMS oder E-Mail.“

Na, das geht dann mal fix. Beim Lotto oder Tombola muss man je nachdem Tage warten und dann das Resultat auch noch selbst aus Zeitung oder Internet heraussuchen. Das nenne ich mal Service.


Nach knapp 15 Minuten dann ein Pip-Pip von meinem Handy. Die Benachrichtigung.

Tja, was soll ich sagen, es war zu erahnen, eine Niete. Gewinne so gut wie nie. OK, sollte vielleicht auch öfter mal was mitmachen. Auf jeden Fall steht da klar und deutlich, schwarz auf weiß und ganz unmissverständlich: negativ. Das könnte man aber auch etwas positiver formulieren. Und nix von wegen Trostpreis oder so.

Dafür gibt es ein ganz schickes Zertifikat zum Herunterladen. Aber so ein zerknittertes „Sie haben den Haupttreffer“… Was soll's. Nichts mit 10 Tage gratis Heimurlaub. Aber wenn ich es mir so recht überlege, über Weihnachten…? bringt auch nicht so wirklich viel. Da sind die halben Tage ja eh schon frei. Vielleicht nächstes Mal.


So, entspannt und guten Mutes ins familiäre Weihnachtsfest im ganz kleinen Kreise. Mit meinem schmucken Zertifikat und mehrfach angestochen sollte eigentlich nicht viel schief gehen.

Aber auch Corona kann man gute Dinge abringen: Das zweite Jahr in Folge werde ich der „kuscheligen“ Begrüßung von Tante Gertrude davon kommen. Eine bessere Entschuldigung wird es nie mehr geben.


Gebt auf Euch und die Euren acht. Vorsicht ist besser als Nachsicht. Man würde es zwar lieber verdrängen und nicht beachten wollen, aber im Moment sind die Corona Stationen überfüllt mit Nachsicht. Manch einer wird keine zweite Chance bekommen.



Ich wünsche allen ein gutes und besinnliches Weihnachtsfest. Auch im kleinen Kreise kann man beschauliches Weihnachten feiern.



Festliche Grüße

Mavalok2



* Genau genommen standen da zwei Mini-Container, so irgendwas um die 2 x 2 Meter groß. Ich vermute, dass der zweite Container als zweiter Schalter in Stoßzeiten dient. Kann ich aber nicht so genau sagen, war, als ich da war, nicht in Betrieb und nicht so genau zu sehen. Aber klar, 2 Kabäuschen rechtfertigen den Namen „Test-Center“ alle mal. :)


Bildquelle: Reddit.com

Kommentare 7

  • 10 Tage Genesungsurlaub und der Tante Gertrude entkommen ist alles was du Corona abgewinnen kannst?


    Ich persönlich finde ja das Corona viel positives mitgebracht hat und damit meine ich nicht unbedingt die positiven Tests.


    - Endlich gibt es richtiges Homeoffice und das Monate lang und nicht nur einzelne Tage.

    - Die Digitalisierung erlebt endlich mal einen ordentlichen Vorwärtsschub.

    - Ich muss nicht den gestank rauchender Kollegen ertragen.

    - Kein tägliches im Stau stehen und 2 Stunden weniger Arbeitsweg.

    - keine Teilnahme an Zwangsveranstalltungen wie betriebliche Weihnachtsfeiern, Kickoffs, usw. ( Ich weiß viele stehen drauf, aber Massenveranstaltungen sind nicht so mein Ding. Selbst Heiraten geht ohne Gäste und schlechtes Gewissen)


    Also kurz gesagt ich brauch kein Corona, keine Tests, keine Masken, keine xG+ Regeln.

    Aber es gibt vieles was Corona mit sich gebracht hat, das ich nicht mehr her geben möchte.

    Ganz oben auf dieser Liste steht das Homeoffice und das dauerhaft und nicht nur für einzelne Tage.


    Bei zukünfitgen Jobs wird das definitiv ein Auswahlkriterium sein.

    • Zitat von angelluck

      - Endlich gibt es richtiges Homeoffice und das Monate lang und nicht nur einzelne Tage.

      Und dies bleibt auch nach Corona?

      Nicht jeder findet Home-Office so toll. Ich für meinen Teil würde eine Mischung vorziehen.

      Zitat von angelluck

      - Die Digitalisierung erlebt endlich mal einen ordentlichen Vorwärtsschub.

      Bei manchen ja, bei anderen regiert immer noch das Papier. Mein Chef braucht so von ziemlich allem noch ein Ausdruck auf Papier. Auch Corona macht aus "Hinterwälder" keine Tekkies. ;)

      Zitat von angelluck

      Selbst Heiraten geht ohne Gäste und schlechtes Gewissen

      Na dann gratuliere ich mal und wünsche alles Gute.

      Zitat von angelluck

      Bei zukünfitgen Jobs wird das definitiv ein Auswahlkriterium sein.

      Darf ich Dich bei meinem Chef so zitieren? Bin da absolut Deiner Meinung.

      Leider sieht dies mein BigBoss ganz anders. Obwohl wir Home-Office Stationen haben, sieht Chefe im Moment eigentlich keinen wirklichen Grund diese auch zu nutzen, es sei denn jemand muss in die Kontaktquarantäne oder in Isolationshaft bzw. ist schwanger, hat kleine Kinder zuhause oder er sieht einen anderen direkten Nutzen für die Firma. Das mit dem Schwanger werden ist bei mir nun mal nüchts, kleine Kinder, hmm, zu spät und auf Corona will ich ja eben verzichten. Musste Chefe fast schon erpressen, damit er mich im Home-Office arbeiten lässt. Bin aber die Ausnahme. So ein Schwachsinn.


      Da steht schon eine Generation auf der Matte, die wird ohne Home-Office nicht mehr arbeiten wollen. Aber weder BigBoss noch Geschäftsleitung sieht dies.

    • Naja die Geschäftsführung hätte auch lieber das wir irgendwann wieder ins Büro kommen.

      Mein direkter Vorgesetzte macht dafür den Eindruck als würde ihn Homeoffice nicht stören. Unser Team ist ohnehin über ganz Deutschland verstreut. Bei mir am Standort bin ich die einzige in meinem Team also kann mir keiner erklären was jetzt der Vorteil wäre wenn ich im Büro bin.


      Und es wäre für mich auch ein Grund den Arbeitgeber zu wechseln.


      Das nicht jeder so begeistert ist wie ich vom Homeoffice ist klar. Es kommt ja auch immer auf die Randbedinungen oder persönliche Vorlieben an. Für mich ist es aber ideal und etwas das ich mir schon immer gewünscht habe.


      Glücklicherweise werden die häufig älteren hinterwelterler irgendwann von der Rente eingeholt.


      Du darfst mich gerne Zitieren hast es im Grunde ja schwarz auf weiß. ;-)


      Spätestens wenn die Arbeitgeber Angst haben, genau aus diesem Grund, keine Leute mehr zu bekommen, werden sie umdenken.

      Ich bin sogar der Meinung das das arbeiten im Homeoffice dafür sorgt, dass der Kaffeeküchentalk eher alle mitbekommen, den sie sonst nur mit bekommen wenn sie gerade zufällig im Raum sind.

    • Wenn ich bei mir die unproduktive Zeit im Büro und im Home-Office vergleiche, dürften mich meine Chefs eigentlich nicht mehr im Büro arbeiten lassen. :) Aber ganz auf das Arbeiten im Büro verzichten würde ich auch nicht wollen. Die sozialen Kontakte und Informationen unter der Hand kommen im Home-Office doch zu kurz.


      Ob alle rechtzeitig ein Umdenken hinbekommen? Nicht alle Menschen zeichnen sich durch Flexibilität aus. Kleiner Schwank aus dem Büro:

      Vor ein paar Jahren wurde mir ein neuer Arbeitsplatz zugewiesen mit neuem Zellengenossen. ;) Ich habe einen Stehtisch, den ich an den neuen Arbeitsplatz mitnehmen wollte. Der war von der Dimension ein paar Zentimeter größer als der bisherige Tisch, der da stand und passte so nicht hin. Um mehr und reichlich Platz zu schaffen, hätte der Arbeitsplatz meines Zellengenossen um 90° gedreht werden müssen. Uii, war das ein Drama, völlig unmöglich, er habe Jahre gebraucht, sich an diesen Platz zu gewöhnen. Ein 90° Drehung - wohlgemerkt am selben Platz - absolut undenkbar. PC wäre an der selben Stelle gewesen, nur die Ablage auf der anderen Seite. Kurz um: Der Tisch musste vom Schreiner gekürzt werden. Solche Menschen würden auch heute noch in Höhlen wohnen, nur nichts ändern. :D

    • Da ist wohl was dran mit dem Wohnen in Höhlen.


      Mein Mann hat eh die Theorie das sich die Menschheit in den letzten 10 000 Jahren in ihrer Denkweise nicht geändert hat. Also passt voll ins Bild.


      Was die 90° Drehung angeht kann ich das evtl. Nachvollziehen. Mir hatten sie als ich Azubi war den Sitzplatz auch mal um 90° drehen wollen, als ein neuer Kollege im Büro untergebracht werden sollte.

      Bis dahin hatte ich ein Sitzplatz im 90° Winkel zum Fenster. Alles gut. Dann kam der neue Kollege und da er ja kein Azubi war sollte er den besseren Platz den ich bis dahin inne hatte.

      Folge wäre gewesen das ich die Tür im Rücken gehabt hätte. Und das kann ich wirklich nicht ausstehen. Es ist unangenehm wenn jemand rein kommt und man sieht nicht wer es ist oder was er vor hat.


      Letzenendes standen also zwei Tische in einer Reihe zum Fenster. Die Tür ging gerade so noch auf.


      Also je nach örtlichen Bedinungen kann ich es nachvollziehen das dein Kollege seinen Sitzplatz nicht gedreht haben will.

    • Aber ich musste den Arbeitsplatz komplett wechseln, Drehung um 180° in ein anderes Büro, und bei weitem nicht das erste Mal seit ich in dieser Firma arbeite. Da hat niemand gefragt, wegen Umgewöhnung oder so. Aber ich habe festgestellt, das manche permanent und andere nie umziehen müssen. Ich schätze, ich jammere und rufe zu wenig aus. ;)


      Aber im Home-Office kann man seinen Tisch so stellen wie gefällt, oder eher wie es Platz hat.