Entscheidungshilfe Static Volume vs. Speicherpool mit Thin/Tick + Snapshot & Backupstrategie

  • Hallo,


    ich habe mir ein TS-233 mit 2x 4 TB zugelegt und bin hin und hergerissen, wie ich es einrichten soll. Zunächst meine Nutzung:


    ca. 3 TB für regelmäßige Komplettbackups von 2 Laptops

    ca. 500 GB als Ersatz für Google Drive und Google Photos

    ein wenig Docker (zB Home Assistant)


    Das NAS wird jede Nacht auf ein an einem anderen Ort stehendes TS 112gespiegelt (das nur zur Sicherheit falls hier die Hütte abbrennt oder es das NAS zerschießt)


    Nun hatte ich fest vor, ein RAID 1 einzusetzen um mich vor Ausfällen einer Festplatte zu schützen.

    Bei der Einrichtung hat mir das QNAP nun Speicherpool vorgeschlagen und beim Lesen hier ist mir aufgefallen, dass man bei Speicherpool die Festplatten trotz RAID 1 bei Ausfall des NAS die Festplatten nicht mehr zB am Windows PC auslesen kann. Das fand ich eig. immer eine charmante Lösung, im Falle dass das NAS selbst ausfällt. So erfordert das ja praktisch nochmal ein weiteres Backup des NAS zB auf eine Externe Festplatte, die auch am Windows PC lesbar ist (wäre sogar vorhanden, dann kann ich sie halt nicht verkaufen). Man könnte nun sagen, ich habe ja das andere QNAP am anderen Ort, aber das ist noch ein TS 112 und schon etwas betagter. Mein Vertrauen darin ist nicht soo groß.


    Was würdet ihr mir bei meinem Anwendungsfall empfehlen: Static Volume und RAID 1 oder Speicherpool mit Snapshots? Da ich für das große Backup Volume keine Snapshots brauche, würde ich dafür ein Thick Volume anlegen. Für das kleinere Datenvolume empfiehlt QNAP ein Thin Volume aufgrund der Snapshots, wobei ich nicht wirklich verstanden habe weshalb. Da ich ja nur 1 Thin Volume habe, kann ich nicht überbelegen und somit sehe ich keinen Vorteil zum Thick Volume.



    Wenn ich also eh auf eine externe Festplatte sichern muss, hätte ich mir fast das Geld fürs 2 Bay und die zweite HDD sparen können und mich auf die externe Festplatte verlassen können. Aber nun steht das Zeug ausgepackt hier und benutzte Sachen schicke ich nur ungerne zurück. Fällt euch noch ein Vorteil ein, um meinen Kauf etwas zu rechtfertigen?




    Sorry, dass mein Beitrag etwas wenig Struktur hat. Wie ihr daran vielleicht seht, bin ich gerade etwas in der Findungsphase...

  • Wenn Sachen wie HomeAssist genutzt werden, hätte ich auf ein x86 NAS gesetzt.


    Einfach ne lokale USB Platte als Backup nutzen und schon brauch man sich ums Auslesen der Platten ausserhalb des NAS keine Sorgen zu machen. Zum Auslesen der Platten gibt es ja auch tonnenweise Topics hier.

  • Hallo

    ich glaube, du hast die 4 TB Festplatten zu klein gekauft. Ich weiß nicht genau, wieviel nach Formatierung im RAID1 da genau übrig bleiben, aber ich schätze so zwischen 3,7 und 3,8 TB. Wenn du ein statisches Volume einrichtest, verlierst du am wenigsten Speicherplatz. Bei dem Dateisystem "ext-4", welches QTS zur Verfügung stellt, wird dazu noch mit einer Reserve von 10% gearbeitet.

    Außerdem solltest du bedenken: Ein RAID ist KEIN Backup! Besorg dir am Besten eine weitere externe Festplatte in geeigneter Größe (USB3.0) (mit eigener Stromversorgung, falls am NAS betrieben) und sichere deine Daten mit der PC-App "FreeFileSync" hierauf. Die NAS-APP "HBS3" macht gerne mal Probleme. Mit "FreeFileSync" kannst du problemlos Daten von PC lesen und wiederherstellen. Auch hier kannst du mit FreeFileSync in der Windows internen Aufgabenplanung die Backups automatisieren.

    2 Mal editiert, zuletzt von q.tip ()

  • Static Volume und RAID 1 oder Speicherpool mit Snapshots?

    Hallo,

    wenn Du mehr als ein Volumen erstellen willst, dann bleibt nur der Speicherpool.

    Hier kannst Du mal einige Punkte nachlesen.

    Anmerkung:

    Ich nutze lieber den Speicherpool mit Thick-/Thin-Volumen. Ist flexibler als das stat, Volumen.

  • Mod: Unnötiges Volltextzitat entfernt! :handbuch::arrow: Forenregeln beachten und Die Zitat Funktion des Forums richtig nutzen

    Bei einem Static Volume ohne Snapshot würde mir ein Volume ausreichen.

    Den verlinkten Artikel habe ich schon mehrfach gelesen. Ich verstehe es auch größtenteils, aber ich kann nicht richtig ableiten, was das für mich bedeutet bzw was am besten wäre.


    Was hätte ich denn konkret vom flexileren Speicherpool? Was wäre für meine Zwecke besser, Thin oder Thick?

  • Bei einem stat. Volumen bist Du festgelegt.

    - keine Snapshots

    - an der Volumengröße kannst Du nichts ändern

    - ein Wechsel zum Speicherpool geht nur über eine Neuinstallation

    - hat aber den Vorteil, dass Du die größte Kapazität für deine Daten hast. :)


    Bei einem Speicherpool

    - kannst Du erst ohne Snapshots beginnen. Bei Bedarf kannst Du die Funktion später ohne Probleme doch nutzen.

    - ich nutze lieber mehrere kleine Volumen als ein großes Volumen. 4 TB sind aber eher ein kleines Volumen.

    - Für deine Zwecke dürften Thick-Volumen besser geeignet sein.

    - Bei Thin-Volumen sollte man gut aufpassen und die Ausslastung des Speicherpools im Auge behalten.

    - der Nachteil ist, dass eine bestimmte Kapazität für den Pool benötigt wird. 10-20% sollten im Speicherpool immer frei sein. Sonst kann der Zugriff eingeschränkt sein :(


    Was bedeutet es, wenn ein Volume den Status
    Betroffene Produkte QTS Speicher & Snapshots Analyse Wenn ein Volume den Status "Lesen/Löschen" hat, bedeutet dies, dass die Dat ...
    www.qnap.com


    Hier gibt es noch weitere Infos


    Was ist der Unterschied zwischen einem statischen Volume, einem Thin-Volume und einem Thick-Volume?
    Betroffene Produkte Speicher & Snapshots QTS Statische Volumes Ein statisches Volume ist ein einfaches und benutzerfreundliches ...
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    Warum ist mein Speicherpool voll, obwohl noch freier Speicherplatz auf meinem Thick-Volume vorhanden ist?
    Betroffene Produkte QTS Speicher & Snapshots Ursache Wenn ein Thick-Volume erstellt wird, weist der Speicherpool dem Thick-Volum ...
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    Hier mal ein Bild der Speicherpools/Volumen meines TS-364


    pasted-from-clipboard.png

    2 Mal editiert, zuletzt von Becker2020 ()

  • Diese links hatte ich tatsächlich auch schon gelesen :qclub:

    Womit ich mir aber nach wie vor schwer tue, ist zu verstehen, wieso für snapshots thin volumes empfohlen werden.


    Mod: Nicht deklariertes Zitat ohne Quellenangabe ... korrigiert! :handbuch::arrow: Forenregeln beachten und Die Zitat Funktion des Forums richtig nutzen

    "Wenn Sie Snapshots mit einem Thick-Volume verwenden, wird durch das Schreiben neuer Daten auf den leeren Speicherplatz des Datenträgers der belegte Snapshot-Speicherplatz um die gleiche Größe wie die neuen Daten erhöht. Sie müssen den freien Speicherplatz im Pool überwachen und ältere Snapshots regelmäßig recyceln, um zu verhindern, dass der Speicherplatz im Pool knapp wird. Aus diesem Grund wird bei der Verwendung von Snapshots die Verwendung von Thin-Volumes empfohlen. "

    Das ist doch bei thin volumes nicht anders? Snapshot Größe = Größe der Änderung der Daten

    Noch eine Überlegung: wenn ein Speicherpool von vorne herein 10 Prozent weniger Speicher als statische volumes hat, dann könnte ich doch auch ein statisches machen und auf die 10 Prozent mit HBS Spiegelungen Der wichtigsten Daten als snapshot Ersatz.

  • Das ist doch bei thin volumes nicht anders?

    Doch.

    Etwas vereinfacht erklärt:

    Auch wenn ein Thick-Volumen nur zu 10% mit Daten belegt ist, werden 100% im Speicherpool belegt. Die freien 90% des Thick-Volumens stehen für keine andere Nutzung zur Verfügung.

    Bei einem Thin-Volumen, das mit 10% Daten belegt ist, werden nur dies 10% im Speicherpool belegt. Die freien 90% des Thin-Volumens kann der Speicherpool für andere Dinge nutzen.


    Ich bin immer noch auch der Suche nach der optimalen Nutzung von Snapshots für meine NAS. Überwiegend nutze ich Snapshots bei meinen VM`s. Hab mir aber auch schon mehrmals die VM durch Snapshots stillgelegt.

    Hier kommt man dann nur raus, wenn man ein Volumen vergrößern kann. Wenn so etwas öfter geschieht, bekommt man auch keine Panikattacke mehr. ;)


    doch auch ein statisches machen und auf die 10 Prozent mit HBS Spiegelungen Der wichtigsten Daten als snapshot Ersatz.

    Vermutlich ist ein stat. Volumen die beste Lösung für Dich. :)


    Aber eine Spiegelung der wichtigsten Daten auf dem gleichen Volumen/NAS ist kein Backup. :(

    Als zusätzliche Sicherung evtl. ein sinnvoller Baustein in deinem Backupkonzept.

  • Auch wenn ein Thick-Volumen nur zu 10% mit Daten belegt ist, werden 100% im Speicherpool belegt. Die freien 90% des Thick-Volumens stehen für keine andere Nutzung zur Verfügung.

    Bei einem Thin-Volumen, das mit 10% Daten belegt ist, werden nur dies 10% im Speicherpool belegt. Die freien 90% des Thin-Volumens kann der Speicherpool für andere Dinge nutzen.

    Das ist mir klar. Aber weshalb ist das ein Problem Vorteil für snapshots?

    Weil ich dann im nicht belegten Speicherpool snapshots ablegen kann? Das hilft mir ja auch nur, solange das thin volume noch wenig gefüllt ist. In Summe kann ich weiterhin dieselbe Menge an Snapshots+Daten im volume ablegen. Einziger Vorteil der mir einfällt: die Aufteilung zwischen beidem ist beim thin volume flexibel.

  • Wenn die Thin-Volumen sich füllen, siehst Du ob Du richtig gerechnet hast. ;)

    Wenn nicht, läuft der Speicherpool voll. :huh:

    Die Größe eines Thin-Volumes kann größer als die des übergeordneten Speicherpools sein. Dies wird als Über-Zuordnung bezeichnet.

    Hier mal ein Beispiel warum Thin-Volumen gut sind.

    Sind zwar etwas andere Snapshots, kann aber so ähnlich auch beim gesamten NAS vorkommen.

  • als Ersatz für Google Drive und Google Photos

    Ich hoffe, du nutzt ein vpn für den Zugriff, ansonsten würde ich den Gedanken daran geflissentlich aufgeben, sonst haste böse Buben auf Deinem NAS, die Dir alles verschlüsseln.

  • Habe schon davon gelesen. Wollte es daher zumindest mit Qnapcloud link versuchen. Via VPN kommt für mich nicht infrage, da ich am Handy dann AdGuard nicht mehr nutzen könnte (das baut intern einen VPN auf zum Werbung blocken)


    Den Vorteil von Thin ggü. Thick für Snapshots habe ich immer noch nicht wirklich verstanden... ?(

  • VPN kommt für mich nicht infrage, da ich am Handy dann AdGuard nicht mehr nutzen könnte

    Du kannst im lokalen Netzwerk Adguardhome oder Pihole installieren und dann per VPN nach Hause und von dort mit DNS Filter ins Internet gehen. Dann ist man überall (auch in öffentlichen WLANs) bestens geschützt und quasi werbefrei unterwegs. Nebenbei kann man ständig auf alle Server und Dienste Zuhause (auch das NAS) zugreifen.


    Tschau

    Uwe

  • Habe auch ein TS-231 mit 2x4TB für private Zwecke.


    RAID-1 hilft, wenn man beim Szenario "genau 1 Platte raucht ab; NAS, Strom, Verkabelung und 2. Platte funktionieren weiter" ohne Unterbrechung auf die Daten zugreifen will / muss. Wenn man 'schnell' an eine passende Ersatzplatte kommt, kann man die kaputte gegen die Ersatzplatte im Betrieb austauschen und weiter arbeiten. Für unsere privaten Zwecke mit endlichem Budget wäre das 'oversized'.

    Für andere Szenarien (NAS, beide Platten, usw.) kaputt/verschwunden wird ein separates Backup inkl. separaten Medien/Platten benötigt. Erst wenn das vorhanden ist und noch etwas vom (Zeit- & Geld-)Budget übrig ist, denke ich über RAID-1 nach.


    Vorteile NAS:

    • Von diversen Smarties, Tablets und PCs/Laptops/Macs und somit verschiedenen Leuten als gemeinsame Datenablage und zum Austausch nutzbar.
    • Backups auch über WLAN / LAN machbar; kein extra 'Anstöpseln' erforderlich.
    • Mit Baikal als Adressbuch oder Kalendar nutzbar.
    • Automatisiertes Backup auf anderes NAS / anderen Speicher möglich.

    Habe unser NAS daher mit 2 Speicherpools (einem pro Platte) eingerichtet und darauf Thick- und Thin-Volumes für das logische Trennen der Daten eingerichtet: jedem Mitbewohner ein eigenes Volume für seine privaten Daten, eines für's Adressbuch, eines für die MacOs-TimeMachine usw.

    Die 2GB RAM vom TS-233 sind zu wenig, um umfangreiche Anwendungen drauf laufen zu lassen. Man kann die Lage etwas entspannen, indem eine SSD via USB-3 zum Swappen an den vorderen USB-Port angeschlossen wird; habe dazu hier eine Anleitung reingestellt.

    (Ich hatte mir auch mehr erhofft wie Fotogalerie, Liedersammlung, Fernzugriff usw., bin dann aber auf dem Boden von 2GB, qnaps Fehlerquote, deren Hochglanzprospekten und meinem Zeitbudget gelandet. Und das, obwohl ich seit über 25 Jahren mit Linux-Servern arbeite und etwas Erfahrung mitbringe.)

    Die Snapshots sind derzeit nur für das System-Volume aktiviert.

  • Thin ggü. Thick für Snapshots

    Einfach selbst ausprobieren. Praktische Erfahrungen kann man nur am eigenen NAS sammeln. ;)


    Oder stat. Volumen nutzen.