Konfigurationsempfehlung für reaktionsschnelles 10Gbit-NAS (HS-453DX mit SSD) mit Wifi6-Router (QHora-301W) ?

  • Hallo zusammen,

    wir würden gerne ein neues NAS einrichten. Da ich mich in diese Thematik erst einlese, wäre ich über Tipps und Hinweise zu einer sinnvollen Konfiguration (Einsatz von SSD, RAID, JBOD, Cache, ...) sehr dankbar!


    Ziel:

    Wir (Familie) möchten zentral auf Inhalte des NAS möglichst reaktionsschnell zugreifen. Die Daten sollen direkt auf dem NAS bearbeitet werden (also nicht lokal auf dem Endgerät gespeichert).

    Vor allem Fotos und Videos sollen ohne (lange) Verzögerung angezeigt, durchgeblättert und sortiert werden können.

    Datenmenge aktuell ca. 1,5TB.


    Hardware:

    NAS: HS-453DX-8G (2x 2,5" und 2x M.2 SATA Schacht, mit 10Gbit Anschluss)

    SSD: 2x M.2 SATA WD Blue 2TB

    HDD: 2x WD Red 4TB

    Router: QHora-301W (mit 10Gbit Anschluss und Wifi6)


    Wie würdet Ihr das NAS konfigurieren, damit

    * ein möglichst schneller Zugriff auf die Daten möglich ist?

    * die vollen 4TB SSD als schneller Arbeitsspeicher zur Verfügung stehen?

    * die 2x 2TB SSD nach Möglichkeit als eine große Arbeitsumgebung mit 4TB Speicher zur Verfügung stehen?


    Es handelt sich "nur" um Familiendaten, wo ein Verlust von einigen Minuten/Stunden Daten nicht so dramatisch wäre.

    Habe gelesen, dass SSDs nicht unbedingt als RAID eingerichtet werden sollen (kein Geschwindigkeitsvorteil und fehlender TRIM Befehl...). Stimmt das?


    Konfigurationsüberlegung 1:

    - SSD (Arbeitsumgebung): 2x 2TB SSD als JBOD und ein statisches Volume mit 4TB?

    - HDD (Sicherung): 2x 4TB HDD im RAID1

    - Echtzeitsynchronisation (Einweg) mit HBS3 von SSD -> auf das HDD RAID1


    * Geht das mit dem JBOD (kenne mich da nicht aus)? Macht das Sinn?

    * Bremst die Echtzeitsynchronisation das Arbeiten auf der SSD Umgebung aus?

    * Was passiert, wenn eine SSD M.2 ausfällt? Gäbe es eine komfortable Möglichkeit, die Daten wieder herzustellen? Könnte man "einfach" die defekte SSD austauschen und die Daten von der HDD-Sicherung zurückspielen? Oder wird das aufwändig, weil das JBOD neu eingerichtet werden müsste usw?

    * Oder könnte es ein Problem mit der Sicherung auf dem HDD Bereich geben, wenn eine SSD ausfällt, dass die HBS3 Echtzeitsynchronisation die defekten/fehlenden Daten der SSD auch auf dem HDD RAID1 löscht?


    Konfigurationsüberlegung 2:

    - Einrichtung der SSDs als Cache und die HDDs als RAID1.


    Konfigurationsüberlegung 3:

    - 2x 2TB SSD als JBOD (oder RAID0?), 2x 4TB HDD als RAID1 und Verwendung von QTIER.


    Konfigurationsüberlegung 4:

    Diese Überlegung ist ganz neu: Ich hätte auch noch 2x 2TB 2.5" CRUCIAL MX500 SSDs zur Verfügung (die ich eigentlich wieder verkaufen wollte). Würde es Sinn machen, statt der HDDs aus allen 4 SSDs ein RAID5 oder Ähnliches zu machen? Das wäre im Falle eines Defekts wahrscheinlich komfortabler, weil man einfach eine SSD austauschen könnte, oder?

    Kann man auch die SSD in den M.2 Schächten einfach Plug&Play austauschen?

    Außerdem stellt sich die Frage, ob bei SSDs ein RAID sinnvoll ist (fehlender TRIM Befehl,...)?


    Zugriff:

    Zugriff soll dann über WIFI6 Geräte (Laptops) erfolgen (aktuell noch nicht vorhanden) oder auch über ein 10Gbit Laptop, falls das deutlich schneller sein sollte.


    DANKESCHÖN!

    Über Tipps, Vorschläge und Anregungen (gerne auch komplett unterschiedlich von meinen ersten Überlegungen) wäre ich sehr dankbar! Bitte um Verzeihung, falls die Fragen mangels Fachkenntnis in diesem Bereich nicht sinnvoll gestellt sein sollten, ich hoffe, die Anfrage ist dennoch einigermaßen verständlich :-)

    2 Mal editiert, zuletzt von xios () aus folgendem Grund: RAID 6 entfernt. RAID5 hat 6TB, RAID6 und RAID10 nur 4TB freien Speicher bei 4x 2TB.

  • xios

    Hat den Titel des Themas von „Einrichtung von HS-453DX mit 2x SSD und 2x HDD“ zu „Konfigurationsempfehlung für reaktionsschnelles 10Gbit-NAS (HS-453DX mit SSD) mit Wifi6-Router (QHora-301W) ?“ geändert.
  • Wenn du gedenkst über WLAN zu arbeiten, wird das ganze SSD Geraffel nix bringen, auch wenn du das NAS mit 100GBit anschließen könntest.


    Es gibt im WLAN immer Übertragungsverluste, diese Pakete werden dann neu versendet und das geht dann negativ in die Antwortzeiten ein.

    Und um diese geht es, wenn du viel Speed und vor allem schnelle Reaktionen auf Anfragen haben willst.


    Selbst das neuste WiFi 6 kommt nicht im Ansatz in die Nähe einer normalen GBit Verkabelung wo wir im LAN von Antwortzeiten deutlich unter 1ms sprechen.

    So ist dann eine HD über GBit genauso schnell oder langsam in der Reaktion wie eine SSD über WiFi 6.


    Das Min Max Prinzip funktioniert auch im 2100 Jahrhundert immer noch nicht.

    Du bekommst keine Maximale Performance bei minimalem Aufwand was die Verkabelung angeht.


    Und dann hängt WiFi noch von den Räumlichkeiten ab, einfach hier nen Router hinstellen ist meist auch nicht gerade optimal für eine saubere und performante 5/6GHz WLAN Performance in der Fläche.

    Zudem der Hausanschluss meist nicht an einer so zentral günstigen Stelle liegt, das ein Access Point an dieser wirklich sinn macht, geht man rein von der WLAN Heatmap aus.

  • Ist der WLAN Router schon besorgt? IN die Zukunft geblickt ist der nämlich nicht so gut, da er nur 2x2 Antennen hat für 160mhz WiFi 6.

    Wenn du nämlich überhaupt einen Vorteil bezüglich Datenübertragung von SSDs haben willst, solltest du mit WLAN über 1gbit kommen.


    Als reale netto Download rate ist es so, dass du mit 1 Endgerät und 2x2 160mhz auf ungefähr real 1gbit kommst. Ich habe als Testgerät hierfür das OnePlus 9 pro meiner Frau.

    Mein OnePlus 8 pro, das zwar auch WiFi 6 aber nur 80mhz unterstützt, kommt auf reale 600MB/s.

    Das heißt für den qnap WLAN AP, ist da auch nur 1 Gerät drin, das gerade Daten will, ist es schon voll belegt oder aber gibt eben nicht vollen Datendurchsatz.

    Für deinen Einsatzzweck ist also eigentlich ein Gerät mit 4x4 bei 160mhz Pflicht.

    Abgesehen davon muss man sagen, das OnePlus 9 pro mit 2x2 und 160mhz ist derzeit wohl das höchste der Gefühle was WLAN angeht. Apple kommt nur auf 2x2 mit 80mhz für die neuen Geräte und ist dadurch derzeit bei den MacBook Pro Modellen aus der Zeit vor WiFi 6 mit 3x3 WiFi 5 am schnellsten, beides über 600mbit netto solltest du daher bei keinem Apple Gerät erwarten.

    Aber vorausgesetzt, das ändert sich und nehmen wir Mal einen Fall an, in dem Gleichzeitig 2 Geräte und etwas kleinzeug mit entsprechenden WLAN AP 4x4 wifi 6 mit 160mhz ausreizen. Dann sind das ca. 250MB/s. Also auch nichts, für das du 10gbit bräuchtest.

    Ich habe jetzt keine Lösung für deine Konfigurationsfrage, das nur als Anmerkung zum Stand von WLAN.

  • Zugriff soll dann über WIFI6 Geräte (Laptops) erfolgen (aktuell noch nicht vorhanden) oder auch über ein 10Gbit Laptop, falls das deutlich schneller sein sollte.

    Wie die Vorredner schreiben, wenn du über Wlan, egal welche Version, auf das NAS zugreifst, kannst du dir den ganzen Aufwand mit 10GBit und SSDs sparen, denn du wirst nichts davon bemerken. Auch das "alte" Gigabit-LAN ist schneller als jede WLAN-Variante. Bildbearbeitung über WLAN macht auch keinen Spaß. Um abends auf dem Sofa noch mal ein paar Bilder zu begutachten, oder um Bilder zum Zeigen auf das Smartphone zu laden, ist das WLAN in Ordnung, aber intensive Bildbearbeitung und Sortierung möchte ich damit nicht dauerhaft machen.


    Bildbearbeitung mit Gigabit-LAN ist schon ein Stück besser., aber nicht super.


    10GbE lohnt sich mMn. für Bildbearbeitung. Das ist eine Anwendung, wo man den Geschwindigkeitsvorteil in der Praxis bemerkt.


    Wenn du an 10GbE am Laptop denkst: Spaß macht das NAS dann, wenn man es nicht hört. Also wenn das NAS im Keller oder sonstwo steht. Das wird aber konterkariert, wenn man dann einen 10GbE-Adapter mit ständig laufendem Lüfter am Notebook hängen hat. Bei Qnap hat der Thunderbolt-Adapter für rj45 (=herkömmliche LAN-Buchse für 10GbE über Kupfer) einen Lüfter, der 10GbE-Adapter für sfp+ ist hingegen lüfter- und damit lautlos. Überlege dir daher, ob du nicht ganz auf sfp+ gehst.

    Habe gelesen, dass SSDs nicht unbedingt als RAID eingerichtet werden sollen (kein Geschwindigkeitsvorteil und fehlender TRIM Befehl...). Stimmt das?

    Nein, stimmt nicht.


    Einen Geschwindigkeitsvorteil kannst du spüren, wenn es nicht woanders einen Engpass gibt. Bei M2-Sata-SSDs und 10GbE hast du im Raid höhere Übertragungsgeschwindigkeiten, bei schnellen NVMe-SSDs hingegen nicht.


    Trim gibt es für SSDs im Raid bei Raid 0, 1 und 10. (Das beliebte Raid 5 hat hingegen keinen Trim.)

    - SSD (Arbeitsumgebung): 2x 2TB SSD als JBOD und ein statisches Volume mit 4TB?

    Ich persönlich würde, wenn die volle Kapazität ausgeschöpft werden soll, kein JBOD nehmen, sondern zwei Einzelplatten. Man hat zwar mehr Verschnitt, weil der Speicherplatz nicht perfekt ausgenutzt werden kann, aber wenn dann eine SSD ausgetauscht werden soll, braucht man "nur" zwei TB zurückzusichern, hat dann also weniger Aufwand.


    Von Raid 0 - gäbe auch die volle Kapazität - rate ich ab. Zu viel Ärger bei Austausch oder Vergrößerung der SSDs.


    Ein wenigstens tagesaktuelles Backup ist dann natürlich Pflicht. [Braucht man sonst aber auch. Der Vorteil von Raid ist, dass defekte Platten mit minimalem Aufwand ausgetauscht werden können. Bei Einzelplatten muss man neu konfigurieren (Volumes und Freigaben neu anlegen) und das Backup zurückspielen.]


    Für das System ist das übrigens kein Problem, denn die Systempartition ist immer ein Raid 1 über alle SSDs und Platten. Die überlebt, solange noch wenigstens eine SSD oder Platte funktioniert. Das gilt aber nicht für installierte Apps, die nur auf einem Volume sind und die nicht vom Backup erfasst werden.

    - Einrichtung der SSDs als Cache und die HDDs als RAID1.

    Wenn du die SSDs als Cache für ein Raid 1 verwendest, musst du auch die SSD1 im Raid 1 betreiben, d. h. du hast nur die halbe SSD-Kapazität.


    Ich würde aber kein Cache machen, denn der erhöht vor allem die Komplexität und damit die Fehlerwahrscheinlichkeit (gemeint sind Benutzer- und Programmfehler, nicht Plattendefekte), sondern die SSDs als eigenes Volume/Raid. Die Aufteilung der Daten kann dann manuell erfolgen (z. B. Bilder der letzten drei Jahre auf SSD, der Rest auf Platte). So langsam sind die Platten auch nicht, dass man sich dadurch einschränken würde.

  • VIELEN HERZLICHEN DANK Crazyhorse , KoehlerM91 und Anthracite für Eure ausführlichen und wertvollen Hinweise!! Wahnsinn, dass Ihr Euch da soviel Mühe gebt!


    WLAN scheidet also aus

    Ziemlich eindeutig ist wohl, das WLAN als schneller Zugriff ausscheidet. Das ist schade, weil es natürlich sehr komfortabel und eben auch gleich für mehrere Geräte verfügbar gewesen wäre...

    Nur Interessenshalber KoehlerM91: Wie misst Du die Übertragungsgeschwindigkeit vom Handy ins lokale Netzwerk über WLAN? Habe ein Samsung S21 Ultra, was ja auch Wifi6 kann. Gibt es da eine komfortable Android App fürs lokale Netzwerk (also nicht Internetgeschwindigkeit)?


    Ein schnelles Endgerät

    Dann bleibt möglicherweise nur, zumindest ein schnelleres Endgerät zu installieren, auf dem dann die datenintensiveren Dinge gemacht werden. Wir haben schon lange keinen PC mehr im Einsatz, sondern nur noch Laptops.

    Mir fällt da nur ein Laptop mit 2,5Gbit Anschluss (10Gbit hab ich nicht gefunden bzw. ist zu teuer) oder Thunderbolt plus 10Gbit Adapter ein, oder habt Ihr da noch andere Ideen?


    Zur NAS Konfiguration

    Im Moment überlege ich, nur SSDs in das NAS zu verbauen. Die angedachten HDDs sind bis jetzt in einem alten NAS drin, was ich aber weiter verschenken möchte, sprich, dann bräuchte ich für das alte NAS ohnehin auch wieder Festplatten. Ich überlege daher, die HDDs im alten NAS einfach drin zu lassen.


    Ins HS-453DX kämen dann also folgende SSDs:

    2x 2TB WD Blue M.2 SATA

    2x 2TB Crucial MX500 2.5"


    Die Crucial habe ich noch, leider sind die aber nicht in der QNAP Kompatibilitätsliste aufgeführt, obwohl die wahrscheinlich eine bessere Haltbarkeit haben, als die WD Blue (WD Blue 500TBW und MX500 700TBW, wenn ich es richtig in Erinnerung habe).


    Frage 1: Kann man die Crucial MX500 2TB 2.5" SSD Platten in das HS-453DX einbauen, obwohl diese nicht auf der Kompatibilitätsliste stehen? Gibt es außer der Befürchtung, dass QNAP im Falle eines Problems den Support verweigert auch noch technische Bedenken, dass diese SSDs nicht in dieses NAS eingebaut werden sollten?


    Frage 2: Wenn man nochmal komplett neu anfangen würde zu überlegen:

    Welche (halbwegs bezahlbare) Möglichkeit gibt es aus Eurer Sicht, um im privaten Umfeld ein reaktionsschnelles NAS inkl. schnellem Zugriff auf zumindest einem (mobilen) Endgerät aufzubauen?

    Wäre auch ein NAS mit USB 3.2 Gen2 eine Überlegung?

    Leider musste ich hier aber feststellen, dass wohl zumindest das HS-453DX zwar einige schnellere USB Anschlüsse (USB 3.1 Gen 1) besitzt, dass man über diese aber wohl nicht auf die NAS Daten zugreifen kann, ist das korrekt? Sind die 5 USB Anschlüsse beim HS-453DX wirklich nur für Zusatzgeräte wie Tastaturen oder Ähnliches?


    Frage 3: Welche reale Übertragungsgeschwindigkeit erreicht Ihr eigentlich bei Euren NAS Systemen.

    Ich hatte beim alten NAS (TS-453Bmini) mit 2x HDD und 1Gbit Anschluss im besten Fall knapp 35-40MByte/s. Beim HS-453DX mit Test SSD (über 1Gbit und WLAN5) bekomme ich auch nicht mehr. Sollte über 1Gbit nicht ungefähr 100MB/s möglich sein?

    Ich messe, indem ich über Windows Explorer einen Ordner mit ca. 1Gbit Daten vom und zum NAS kopiere und nehme die von Windows angezeigte Geschwindigkeit. Ist das valide?


    Nochmal VIELEN DANK für Eure tolle Unterstützung!!

  • USB QuickAccess war nur ein virtueller 1 GbE Adapter .. also immer noch ein NAS und immer noch nicht schneller als 1 GbE.


    Ich hab auch ein S21 Ultra und einen AX86U, wenn ich nicht grade direkt neben dem WiFi stehe hab ich auch nur 20-25MB/s (gemessen mit einer grossen Datei via CX File Explorer)

  • Wenn du eine Fritzbox hast geht das bequem mit der WLAN App. Man kann damit natürlich nur so viel messen, wie bis zur Fritzbox durch geht. Der WLAN Access Point muss nicht von AVM sein.

    Bezüglich dem Nas bin ich gerade selbst am testen bzw. habe ähnliche Ansprüche. Nur mit dem Luxus, dass ich meinen PC, der wiederum in einem 19 Zoll Rack im Nebenraum zum Büro steht (und dadurch leise ist) direkt mit sfp+ und dac mit 10gbit anbinden konnte. Mit dem Laptop ist das natürlich komplizierter.

    Geschwindigkeit kann man nicht pauschal sagen, weil es ganz drauf ankommt, was du denn genau damit machen willst bzw. auf die Daten die du abrufst.

    Meine Konfiguration wie ich sie jetzt wohl belassen werde sind 4 SATA SSDs (nicht auf der Kompatibilitätsliste) im Raid 10. Das macht bei 2TB Platten in etwa 3,3TB wirklich nutzbaren Speicher. Das ganze ist in das qnap TS-473A verbaut. Ich würde vermuten, dass sich die Nas in der Preisklasse nicht arg viel tun, was CPU Leistung angeht aber ich weiß es nicht. Die Qnap Geschwindigkeitsangaben würden es vermuten lassen.

    Bei Lesezugriffen bekomme ich Recht zuverlässig 1GB/s. Schreibzugriffe liegen je nach Dateigröße zwischen 300 und 800 MB/s.

    Das Schreiben kann man bei großen Dateien mit einer HOCHWERTIGEN Nvme SSD als schreib Cache auf bis 1GB/s beschleunigen, allerdings nur bei großen Dateien wie Filmen und Videos. Ein Ordner mit viel Kleinzeug kopiert mit Cache nicht viel anders als direkt auf den RAID 10.

    Wenn du weniger als 4 SSDs zusammen schaltest würde ich erwarten, dass die Zugriffe langsamer sind. Im Raid 10 werden Schreibaufgaben aufgeteilt und gelesen wird von allen 4 Platten gleichzeitig.

    Dinge, die ich an meinem Nas noch nicht ganz nachvollziehen konnte sind, dass die Geschwindigkeit im Schreiben zum Teil CPU limitiert scheint, die CPU Auslastung allerdings nie sonderlich hoch liegt. Ich kann mir das nur so erklären, dass ich zwar 4 Kerne und 8 Threads habe, die Single core Leistung hier aber etwas limitieren ist. Habe das jedoch nie genauer im Ressourcenmonitor nachverfolgt.


    Bezüglich den Adaptern ist noch zu sagen, dass das bequemste - überall rj45, auch unter Umständen das lauteste ist, da am meisten Wärme angeführt werden muss. Auch braucht es den meisten Strom und hat die größte Latenz.

    Beim Notebook bleibt dir aber wohl kaum etwas anderes übrig, es sei denn du magst das Nas in unmittelbarer Nähe stehen haben.

    Dann könntest du ein thunderbolt Modell wählen, das zwar keine echte thunderbolt Verbindung aufbaut aber ein 10 oder 20gbit Netzwerk über thunderbolt - was ja auch nicht schlecht ist, oder aber du könntest mit einer DAC Verbindung zum qnap thunderbolt adapter arbeiten. Natürlich kann man auch Glasfaser im Haus verlegen, da vermute ich Mal ist der Aufwand aber zu groß.


    Bei mir ist es jetzt eben so, der PC über 10gbit, läuft auch, der Rest eben über WLAN 6 mit den oben genannten Geschwindigkeiten.


    Am MacBook habe ich derzeit für die Dateien, die wir meist nutzen als Kompensation Qsync laufen. Braucht natürlich Speicherplatz am Notebook, hat aber den Vorteil dass man 1. Schnell arbeiten kann und außerdem hat meine Frau das MacBook des öfteren unterwegs dabei uns sie ist mit der vpn Verbindung nicht sehr vertraut oder will das zumindest nicht sein. Auch da hat man dich Qsync eben einen workaround, wenn auch einen nicht besonders schnellen.

    Qsync ist definitiv keine perfekte Lösung, aber bei mir läuft es meinen Ansprüchen entsprechend gut und so langsam sind freigegebene Ordner direkt über WLAN auch nicht. Bei Dokumenten merkst du meistens nicht, dass du auf einem Netzwerklaufwerk arbeitest.

    Vorausgesetzt ist allerdings eine gute WLAN Verbindung.

  • Über WiFi 5 erreiche ich hier die 40-60MB/s, bei GBit sind das 110-112MB/s über den gesamten Zeitraum sind die Dateien nicht zu klein.


    WiFi 6 hat halt nen Latzenzvorteil der nicht von der Hand zuweisen ist im vergleich zu älteren WLAN Standards.


    Wenn du die SSDs eh da hast, rein damit und wenn es wirklich Probleme geben sollte, kannst du die immer noch mal tauschen.

    Bei SATA ist das aber eher selten, da hier die SSD ja alles selber macht und nicht wie bei den neuen NVMe, wo teilweise der System RAM als Cache mit verwendet wird.

  • Mir fällt da nur ein Laptop mit 2,5Gbit Anschluss [...] oder Thunderbolt plus 10Gbit Adapter ein,

    Mach's gleich richtig und nimm den Adapter hier mit TB (mit S am Ende für sfp+). Der Preis ist fair, die Leistung ist einwandfrei und in der sfp+-Variante ist er lüfterlos. Als Switch dazu empfehle ich z. B. von Mikrotik diesen mit vier oder diesen mit acht sfp+ Ports, beide lüfterlos und damit lautlos, Verbindung per DAC-Kabel oder LWL.

    Wäre auch ein NAS mit USB 3.2 Gen2 eine Überlegung?

    Der USB-Port dient nicht zur Verbindung des NAS mit dem PC oder Switch, sondern ausschließlich zum Anschluss weiterer Geräte an das NAS, insbesondere von USB-Festplatten für das Backup. Die Geschwindigkeit ist nicht so entscheidend, da das Backup von dir unbemerkt im Hintergrund laufen wird.

    Welche reale Übertragungsgeschwindigkeit erreicht Ihr eigentlich bei Euren NAS Systemen.

    [...]

    Ich messe, indem ich über Windows Explorer einen Ordner mit ca. 1Gbit Daten vom und zum NAS kopiere und nehme die von Windows angezeigte Geschwindigkeit. Ist das valide?

    Ich erreiche (gemessen mit dem Blackmagic Speed Test) beim Lesen ca. 910 MByte/s, beim Schreiben ca. 650 MByte/s.


    Dein Geschwindigkeitstest über den Windows-Explorer ist problematisch, denn

    - du liest/schreibst nicht nur von/auf das NAS, sondern ebenfalls von/auf die PC-Festplatte (dies entspricht nicht deinem Szenario in der Fotobearbeitung, denn da liest du vom NAS in den Hauptspeicher und schreibst gar nichts auf die PC-Platte), und

    - die Geschwindigkeit hängt entscheidend von der Größe der Dateien ab. Viele kleine Dateien dauert relativ lange und bringt nur schlechte Übertragungsraten, da das Anlegen von Dateien über Netzwerk recht lange braucht.

  • VIELEN HERZLICHEN DANK dolbyman , KoehlerM91 , Crazyhorse und Anthracite !!!


    Ich brauche wohl noch etwas mehr Zeit, um mir Eure ausführlichen Meldungen wirklich genau zu Gemüte zu führen. Jedenfalls schon mal vielen Dank für Eure Mühe!!


    (Testweise) werde ich jetzt mal ein NAS aufsetzen mit den Dingen, die ich hier habe:

    HS-453DX

    2x 2,5" Crucial MX500 2TB

    2x M.2 WD Blue 2TB


    Denke, ich werde wie KoehlerM91 auch ein RAID10 machen, damit der TRIM Befehl unterstützt wird.


    Wert für Over-Provisioning

    KoehlerM91 Welchen Wert hast Du für Over-Provisioning verwendet? Bei 4x 2TB SSD Platten, RAID10 und 3,3TB Nutzkapazität, komme ich laut RAID Rechner auf 17-18% Overprovisioning. Wie kommst Du auf diesen Wert?


    Haben andere eine Empfehlung, welcher Wert für Over Provisioning gewählt werden sollte? Die meisten Daten werden nur einmal gespeichert und dann nur noch gelesen, es kommen immer wieder neue Daten dazu, nur ein kleiner Teil wird editiert.

    (Ein Test mit dem SSD Profiling Tool würde 2 Tage dauern...).


    QTier bei Verwendung von SSDs?

    Macht es Sinn, QTier zu aktivieren, wenn ausschließlich SSDs eingesetzt werden?


    Könnte man diese Einstellungen (SSD Over-Provisioning, QTier,...) eigentlich später nochmal ändern?


    SSD Konfiguration bei RAID10

    Kann man eigentlich beim Erstellen des RAID10, definieren, welche SSDs als RAID1 (Platten werden gespiegelt) und welche als RAID0 verwendet werden?

    Hintergrund: Ich denke, dass die 2.5" MX500 SSD etwas mehr Schreibvorgänge (700TBW statt 500TBW bei den M2 WD Blue) verträgt. Wäre es daher sinnvoll, die MX500 für das RAID1 zu verwenden?

    Oder habe ich da eine falsche Vorstellung vom RAID10 bzw. kann man bei der Erstellung des RAID10 nicht definieren, welche Platten wie verwendet werden sollen?


    Wieviel Speicherplatz für Snapshots?

    Gibt es Empfehlungen, wie viel Platz man für Snapshots reservieren sollte (bei ca. 1,5TB Daten)?

    Wäre es auch möglich, keinen separaten Platz zu reservieren, sondern einen großen Speicherplatz zu haben und die Snapshots auf diesem zu speichern? Dann wäre man flexibler und müsste nicht einen fixen Wert für die Snapshots reservieren.


    Weiß jemand, warum in der Zusammenfassung bei 10% Overprovisioning und 20% für Snapshots wohl nur noch 57% der Kapazität zur Verfügung stehen? (Siehe Screenshot).

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    Nochmals VIELEN DANK für Eure freundliche Unterstützung!! :-)


    PS: Habe doch mal einen SSD Profiling Test angeworfen, der offenbar viel schneller als angezeigt fertig war. Allerdings nur mit Minimalparametern (100GB Testdatengröße, 0%-20% Overprovisioning Testbereich, RAID10), insofern weiß ich nicht, wie aussagekräftig er ist:


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    Wenn ich es richtig verstehe, ist das Testergebnis eigentlich, dass man die beste Geschwindigkeit mit 0% Overprovisioning erreicht, oder? Allerdings bin ich nicht sicher, ob dieser Test berücksichtigt, dass die SSDs im Moment ja noch komplett leer sind bzw. sind die Ergebnisse wahrscheinlich aufgrund der gewählten Minimal-Testparameter wenig aussagekräftig.

    Außerdem geht es mir an dieser Stelle nicht darum, die letzte Geschwindigkeit aus den SSDs rauszukitzeln (die ich ja wahrscheinlich wegen Anschlussfragen am PC ohnehin nur eingeschränkt nutzen kann), sondern darum, nicht zu viel nutzbaren Speicherplatz zu verlieren (von daher wenig Overprovisioning) und eine möglichst lange Lebensdauer der SSDs (also eher viel Overprovisioning) zu erreichen.

    Wäre ein Wert von 10% Overprovisioning überlegenswert? DANKE!

    Einmal editiert, zuletzt von xios ()

  • Wert für Over-Provisioning

    Das hängt aber vom Hersteller ab, einige bauen schon Reserven ein und somit benötigt man das nicht, ich verwende hier stumpf 10%.


    Macht es Sinn, QTier zu aktivieren, wenn ausschließlich SSDs eingesetzt werden?


    Nein, weil du ja alles schon auf dem schnellsten Medium betreibst ist das Sinnlos.


    SSD Konfiguration bei RAID10

    Rein rechnerisch geht deine Logik auf, 1TB führt bei Raid 1 zu 1TB Schreibleistung pro SSD, bei Raid 0 hingegen nur zu 500GB.

    Problem wird hier jedoch sein, das du zwei Raid 1 System aufbaust und diese dann über Raid 0 zusammen gefasst werden.

    Man möge mich korrigieren, wenn ich hier falsch liege.

    Wenn ich es richtig verstehe, ist das Testergebnis eigentlich, dass man die beste Geschwindigkeit mit 0% Overprovisioning erreicht, oder?

    Ja deine SSDs benötigen keinen Platz für max Performace.

    Wenn du deinen Pool also nicht ständig voll am Anschlag laufen lässt, brauchst du sogar gar keinen Verwenden.


    Ich meine die meisten User haben inzwischen eine SSD im Rechner und hier sind fast kaum Pros unterwegs die sich erstmal mit OP beschäftigen, die verwenden die Kiste einfach. Und das massen SSD sterben ist bisher ausgeblieben. Ich habe hier 10 Jahre alte mit 97% Restlebensdauer, das bei einer 240GB mit über 14TBW, das Ding wird mich überleben wenn es so weiter geht...


    Wenn es dir also um Platz geht, würde ich hier sogar auf 0% gehen, denn wenn du nicht jeden Tag 1 Kapazität schreibst, besteht vermutlich auch hier die Möglichkeit das deine SSDs jeden HD Satz bei weitem überleben könnten.

    Backups musst du sowieso externe anlegen, also würde ich hier max Kapazität fahren und schauen was die in 1 Jahr sagen. Vermutlich liegst du dann noch weiter über 90%, dann musst die später noch mit ins nächste NAS übernehmen...

  • Vielen Dank Crazyhorse für die Rückmeldung. Habe auch wo gelesen, dass die meisten SSDs auch ohne dedizierten Over Provisioning Platz Massnahmen zur Plattengesundheit durchgeführen, vorausgesetzt es ist genügend Speicherplatz frei.

    Habe mich daher jetzt tatsächlich dafür entschieden, weder für Overprovisioning noch für Snapshots Speicher zu reservieren, sondern ein möglichst großes Volume zu machen. Dann habe ich die größtmögliche Flexibilität. Ich muss halt selber die Speichernutzung im Blick behalten, aber nachdem das System ja nur familienintern von wenigen Personen verwendet wird, sollte das machbar sein.


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    Die Wahl der Inode Größe war natürlich die nächste Frage. Da habe ich jetzt nach einigem Nachlesen 8k gewählt, keine Ahnung ob das ein Fehler war. Ich werde das System aber sehr wahrscheinlich in absehbarer Zeit nicht so stark erweitern und mir ist wichtiger, dass ich möglichst viele Daten speichern kann. Hoffe, dass es sich nicht zu stark auf die Performance auswirkt, wenn man hier einen kleinen Wert wählt, aber davon war eigentlich nirgendwo die Rede.




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    Auch wenn ich das System jetzt mal so aufgesetzt habe, wäre ich ggf. über Anmerkungen oder auch Änderungsvorschläge dankbar. Da aktuell noch keine Daten drauf sind, könnte ich die Einrichtung ggf. auch nochmals mit geänderten Parametern machen. Auch wenn Ihr mit der jetzt gewählten Konfiguration "einverstanden" seid, wäre das hilfreich für mich zu wissen :-)


    Nochmal vielen Dank für Eure nette Unterstützung, die mir SEHR geholfen hat!! :-)

  • Die Wahl der Inode Größe war natürlich die nächste Frage.

    Ahh gute Punkt, sorry den hatte ich vergessen zu erwähnen.


    SSDs arbeiten nativ mit 4k, ich habe bei meinem SSD System Pool daher 4k gewählt. Der ist mit zwei 500GB SSDs im Raid 1 aber auch super klein und wir nie an die Grenze kommen.


    Da die iNodes jedoch das Volume betreffen, überlege das ggf. noch mal an zu passen.


    So ist jede Änderung ein Block auf der SSD der neu geschrieben wird, bei 8k sind es dann schon zwei, daher wird der Flash dann mehr belastet.

  • Ah, super, dann ändere ich die Inode Größe nochmal auf 4k!


    DANKESCHÖN! :-)

  • Wert für Over-Provisioning

    KoehlerM91 Welchen Wert hast Du für Over-Provisioning verwendet? Bei 4x 2TB SSD Platten, RAID10 und 3,3TB Nutzkapazität, komme ich laut RAID Rechner auf 17-18% Overprovisioning. Wie kommst Du auf diesen Wert?


    Da habe ich mich nicht richtig ausgedrückt, knappe 3,3tb stehen mir nach System und snapshot Speicherplatz tatsächlich für Dateien zur Verfügung.

    Bezüglich der anderen Punkte bist du ja schon gut voran gekommen, kannst ja Mal berichten, wie er sich so macht im realen Einsatz. Bezüglich Lebensdauer der SSD würde ich mir gar keine Gedanken machen, ich habe seit 3 Jahren SSDs in meinem Nas gehabt und was mir da bei privater Nutzung als Verschleiß angezeigt wird ist absolut lächerlich. Privat schreibst du keine SSDs tot.

  • Dankeschön KoehlerM91 nochmals für die hilfreichen Infos!


    Ja, nachdem ich ein geeignetes Endgerät gefunden habe, melde ich mich gerne nochmal bzgl. Zugriffszeiten usw.


    Danke auch nochmal Anthracite für die vielen Infos!! Ich denke ich bleibe fürs Erste bei RJ45, auch wenn SFP+ vielleicht die bessere Lösung (gewesen) wäre, aber das wäre jetzt viel Umstellung.


    Wenn ich darf, melde ich mich bei den nächsten Schritten wieder :-)


    Also nochmals VIELEN DANK allen für die Unterstützung!