Backupstrategie umsetzen - NAS to NAS? - Anfänger im Bereich NAS

  • Hallo Zusammen!


    Ich hoffe ich bin hier richtig, wenn nicht, dann löscht oder verschiebt den Beitrag bitte.


    Ich würde gerne für die sehr kleine Firma in der ich arbeite eine Art Backup einrichten, bin mir aber nicht ganz sicher wie ich so etwas umsetze.


    Im jetztigen Zustand steht eine QNAP TS-412 im Serverraum, auf der die kompletten Daten der Firma liegen. Wenn ich mich nicht ganz täusche, handelt es sich hier entweder um ein RAID 5 oder um ein RAID1 mit vier Festplatten. Diese NAS sichert die Daten zu bestimmten Zeitpunkten ab (nur lokal). Ich habe im Moment noch keinen Zugriff/Admin-Zugang auf diese NAS bzw auf unser Netzwerk, da der Administrator im Moment krank und nicht erreichbar ist.


    Ich habe hier nun eine neue QNAP TS-251+ NAS mit 2x 4TB im RAID1. Diese würde ich gerne im Homeoffice des Chefs aufstellen, um darauf die kompletten Firmendaten der Serverraum-NAS zu speichern. Es soll also einfach nur in zeitlichen Abständen ein Backup der Daten von NAS1 auf NAS2 gemacht werden. Jedoch bin ich mir nicht sicher wie ich das am besten umsetze das es sich ja um getrennte Netzwerke handelt.


    Natürlich habe ich schon die Einstellungen im Menü "Remote Replication" wie NAS to NAS, Rsync oder RTRR gesehen, bin mir wiederrum nicht ganz im klaren was das schlauste in meiner Situation wäre.


    Vielleicht kann mir ja jemand helfen oder wenigstens einen Schubs in die richtige Richtung geben.


    Danke schonmals im Vorraus!!

  • Wie schnell ist denn die Datenverbindung zwischen Firma und Homeoffice des Chefs? Und wie viele Daten müssen da (täglich?) gesichert werden?


    Wir machen das so ähnlich wie Du möchtest und es ist grundsätzlich sehr einfach. Wir haben ein Site to Site VPN zwischen den Standorten eingerichtet. Dann kann man in der Hybrid Backup Station sehr einfach das Backup einrichten. Geschwindigkeit der Verbindung und Datenmenge sind aber ein Thema.

  • Hallo, Danke für deine schnelle Antwort!


    Also im Büro haben wir eine 200er Leitung. Im HomeOffice sind es dann noch 50 wenn ich mich richtig erinnere. Jedoch sollte das überhaupt kein Problem sein, da wirklich eine sehr kleine Menge an Daten anfällt (5 Mitarbeiter).


    Die Firma hat in 15 Jahren ca. 4 TB voll bekommen und hier wurde jeder Mist gespeichert. Die Datenmenge ist also so gering, das es durch Inkrementelle oder Differenzielle Sicherung kein Problem sein sollte.


    Dann werde ich mich mal in das Thema einlesen. Danke für den Tipp :)

  • Eines kann ich nicht nachvollziehen: wie wichtig sind diese Daten für die Firma?

    Nicht wichtig? Ok, dann kannst Du es wie beschrieben durchführen.

    Sehr wichtig? Dann würde ich schon im eigenen Interesse ein professionelles Unternehmen beauftragen!


    Das kostet bei diesem Umfang max. 1-2 Personentage, dafür habt Ihr aber auch jemand der verantwortlich ist wenn etwas passiert.


    Was, wenn das NAS abraucht und dann festgestellt wird das beim Backup etwas vergessen wurde? Dann bist Du derjenige der dafür gerade stehen muss.


    Um ehrlich zu sein: es gibt offenbar gravierende Mängel im Bereich NAS wenn man noch nicht einmal den Raidlevel richtig weiß (Raid 1 mit vier Festplatten gibt es nicht).


    PuraVida hat schon den richtigen Weg aufgezeigt, das ist die einzige vernünftige Lösung. Allenfalls einen zweiten Standort, räumlich im einem anderen Brandabschnitt auf dem Firmengelände (wie groß/klein ist das?) wäre auch eine Alternative.


    Gruss


  • Wenns Firmendaten sind, würde ich mich auch in das Thema Datenschutz einlesen!


    Nur weil das NAS beim "CHEF" steht, heißt das noch lange nicht, dass alle Vorgaben für die Datensicherheit erfüllt sind.


    Sind personenbezogene Kundendaten dabei?

    Wer kann auf die Daten zugreifen?

    Ist der "externe" Standort ausreichend gegen Fremdzugriffe geschützt.


    PS.: Das TS-412 ist schon sehr alt, ich hoffe das ist nicht der Hauptspeicher, auf dem alle wichtigen Firmendaten liegen?

  • Eines kann ich nicht nachvollziehen: wie wichtig sind diese Daten für die Firma?

    Also, die Firma ist eine fünf Personenfirma in der drei Familienmitglieder arbeiten. Dieses Projekt bezieht sich also auf das Kleinste vom Kleinsten und nicht auf eine Firma mit 200 Mitarbeitern.

    Der Kollege der sich mit dem ganzen Netzwerk auskennt, wird da natürlich nocheinmal drüber schauen. Jedoch wurde mir das Projekt als Anfänger gegeben um etwas dazuzulernen. Ich würde also gerne gute Arbeit leisten und mal was selbst schaffen.


    Um ehrlich zu sein: es gibt offenbar gravierende Mängel im Bereich NAS wenn man noch nicht einmal den Raidlevel richtig weiß (Raid 1 mit vier Festplatten gibt es nicht).

    Da habe ich mich falsch ausgedrückt, entschuldigung. Ich weiß im Moment nicht ob in dem 4-Bay NAS zwei Festplatten in RAID1 oder 4 Festplatten in RAID5 sind, da der Serverraum abgeschlossen ist.



    Allenfalls einen zweiten Standort, räumlich im einem anderen Brandabschnitt auf dem Firmengelände (wie groß/klein ist das?) wäre auch eine Alternative.

    Es handelt sich um ein sehr kleines Büro. Der Sinn hinter dem Auftrag war eine örtlich getrennte und redundante Backuplösung. Natürlich kann man es komplett anders lösen, so wurde mir der Auftrag jedoch mitgeteilt. "Firmengelände" wäre in diesem Fall ein einziger Büroraum.



    Wenns Firmendaten sind, würde ich mich auch in das Thema Datenschutz einlesen!

    Es handelt sich um Daten die nicht auf Kunden bezogen sind.


    Ich bin nur als Azubi in diese Firma gekommen, zuvor lief die komplette Firmensicherung auf dem genannten (alten) NAS ab -> Single Point of Failure. Deswegen dachte ich mir ich schlage vor eine zweite Sicherung anzulegen.

    Die Firma geht nicht pleite wenn diese Daten verloren gehen würden, jedoch muss es einfach nicht sein.


    Wie oben schon geschrieben, wird hier wirklich eine 5 Mann "Firma" "abgesichert". Inwiefern die Datensicherheit im HomeOffice (Büro in normalen Wohnhaus) besser garantiert werden kann, weiß ich leider nicht.

    Einmal editiert, zuletzt von idontneednocaptcha () aus folgendem Grund: Beantwortung eines zweiten Beitrags

  • Hach, ich verstehe beide Seiten leider nur all zu gut.


    Sicher wäre es schön wenn man mal schnell eine Profi-Firma damit beauftragen könnte das zu installieren. Zwei Manntage kosten dann aber gleich mal 2.000 Euro Arbeitszeit und dazu kommen eventuell noch Softwarelizenzen und Hardware. Damit die dann auch wirklich die Verantwortung übernehmen wird man einen Wartungsvertrag abschließen müssen weil sonst putzen die sich gleich ab. (Und ich glaube auch sonst wird es schwierig seine Forderungen durchzusetzen)


    Diese Dinge sind für kleine Unternehmen leider nicht leistbar. Da hilft auch nix, wenn man sagt: "Na, wenn die sich nicht mal 5.000 Euro leisten können dann sollten sie eh was anderes machen". Denn so schaut das richtige Leben nicht aus. Es gibt viele Dinge wo nur schnell mal 100 Euro im Monat fällig werden. Und in Summe ist das einfach nicht leistbar. "Laut dem Rechnungshofbericht, basierend auf Zahlen der Statistik Austria, ist das Medianeinkommen der ausschließlich selbständig Beschäftigten zwischen 2003 und 2015 von 10.900 Euro auf 11.719 Euro gestiegen."


    Der Ruf nach professioneller Stoftware/Hardware/Personen ist verständlich und auch sinnvoll. Leider schaut die Realität und die Leistbarkeit oft anders aus.

    Also im Büro haben wir eine 200er Leitung. Im HomeOffice sind es dann noch 50 wenn ich mich richtig erinnere.

    Ist das jeweils eine symmetrische Leitung? Oder sind das die Downloadgeschwindigkeiten? Da sind oft die Uploadgeschwindigkeiten massiv weniger.


    Einmal editiert, zuletzt von PuraVida ()

  • Genau so ist es leider. In diesem Unternehmen ist es nicht möglich solche Beträge auszugeben. Danke für dein Verständnis.

    Ist das jeweils eine symmetrische Leitung? Oder sind das die Downloadgeschwindigkeiten? Da sind oft die Uploadgeschwindigkeiten massiv weniger.


    Habe ich ganz vergessen. Natürlich handelt es sich hier nur um Downloadgeschwindigkeiten, leider.

    Im Upload kommen wir im Büro auf knappe 100 Mbits. Im HomeOffice sieht das bestimmt sehr viel schlechter aus.


    Jedoch wäre das an sich kein Problem. Die Daten können über Nacht übertragen werden. An manchen Tagen fallen garkeine oder Dateien unter 100MB an. Viele PDFs und Excel Sheets. Nichts Großes also.

  • Also bei so geringen Aufwänden, kannst du das mit Resilio oder Syncrify super lösen.


    Mach ich bei zwei Bekannten, die Ihre Daten bei mir ablegen genauso.


    Resilio kann direkt ohne VPN etc. eingesetzt werden. Dazu dann Sowohl Netzwerk-Papierkorb mit einer langen Vorhaltezeit als auch den Resilio Sync Ordner in den Advanced Settings auf z.B. 120 Tage einstellen, dann löscht der gelöschtes erst nach 120 tagen wirklich von der Platte und lässt es bis dahin im .sync Ordner.


    Dazu haben dann beide nochmal eine externe Festplatee bei sich rumstehen, über die lokal nochmals in unregelmäßigen Abständen sichern...


    Da du den beiden NASen auch vertrauen kannst, musst du auch nicht zwingend Clientseitig verschlüsseln...


    Ich würde das so in der Art einrichten:


    412 weiter als Hauptspeicher

    -> Resilio Sync Job auf das 251 (kann man überlegen, ob Read Only oder nicht)

    -> USB Festplatte in den Serverraum und unter HBS einen Job, der bei anstecken ein incremental macht

    -> Ein bisschen Platz in einer Cloud deiner Wahl anmieten -> Hybrid Sync Job in die Cloud mit lokaler Verschlüsselung der wichtigsten Daten


    Damit habt Ihr die Daten dann 4 mal vorgehalten und das für recht wenig Geld (eine 8TB Mybook gabs die Woche mal für 140 Euronen im Angebot).


    Du darfst nicht vergessen, auch wenn du sagt, es wäre nicht daramtisch, wenn alles weg wäre: Ihr seid gesetzlich dazu verpflichtet, Geschäftsdokumente 7 Jahre auf zu heben!


    Wenn du Resilio nicht vertraust, kannst du dir nochmal syncrify anschaun, oder ein VPN einrichten und darüber syncen, ist auch kein Hexenwerk, einfacher gehts aber mit Resilio oder syncrify.


    Und mach dir mal keinen Kopf über die Bandbreite: Ich würde eine Upload-Sperre für die Bürozeiten einrichten und nur z.B. von 19 bis 6 Uhr syncen, in den 11 Stunden kriegst du selbst bei einer asyncen Leitung mit 5 MBit Upload ca. 20 GByte übertragen, das sollte für ein 5 Personen Office reichen...

  • lso bei so geringen Aufwänden, kannst du das mit Resilio oder Syncrify super lösen.

    Danke für deinen Tipp! Das hört wirklich gut an. Werde mir das morgen gleich mal durchlesen und mich ein wenig schlau machen.

    Du darfst nicht vergessen, auch wenn du sagt, es wäre nicht daramtisch, wenn alles weg wäre: Ihr seid gesetzlich dazu verpflichtet, Geschäftsdokumente 7 Jahre auf zu heben!

    Das ist mir bewusst. Natürlich wäre es in irgendeiner Form nicht gut für das Unternehmen. Deswegen möchte ich ja eine Sicherung einrichten ;)

    Und mach dir mal keinen Kopf über die Bandbreite:

    Ja also bei der Bandbreite mache ich mir wirklich garkeinen Kopf. Die Datenmenge ist wirklich nicht sehr groß.