Festplatte im RAID-5 fällt aus

  • Hallo Leutz!


    Folgendes NAS

    TS-569L, 5 Mal Seagate Archive im RAID5 Verbund; aktuelle Firmware.

    Das NAS ist dient im vor Allem als Datengrab und wird leistungsmäßig nicht gefordert.

    Ein seit Jahren auftretendes Problem sind ohne Vorwarnung und erkennbaren Grund auftretende Cold-Resets.



    Folgende Situation

    Vor 5 Tagen hatte ich einen "Degraded"-Status. Festplatte 3 war nicht mehr da. Also hab ich die HD rausgenommenund wieder eingesetzt. Die HD wurde erkannt und der Rebuid begann.

    Voegestern am Abend das gleiche Spiel mit der selben Festplatte (während der Rebuild noch lief). Also HD wieder rausgenoommen und neu eingesetzt. HD wurde wieder erkannt und der Rebuild begann erneut. Mal schauen ob der Rebuild dieses Mal abgeschlossen werden kann oder ob das NAS die Platte wieder "verliert".


    Update:

    Heute in der Nacht wieder das gleiche Spiel. HD nicht erkannt. HD raus. HD rein. HD wurde erkannt. RAID-Rebuild läuft.



    Sowohl die Datenträgerinfo als auch der kurze und der ausführliche Festplattentest melden mir einen einwandfeien Zustand der Festplatte. Ich könnte die Platte noch an meinem PC anhängen und mit hdtest oder ähnlichem durchchecken lassen. Das spare ich mir aber für den - hoffentlich nicht auftretenden - nächsten Ausfall auf.



    Meine Frage; Was hat´s da??


    Meine eigene Vermutung ist dass der SATA-Port für die HD3 dabei ist den Geist aufzugeben. Dann wäre ein neues NAS fällig.


    Gibt es noch andere Thesen und Vermutungen an die ich nicht gedacht habe? Mit LOG´s oä. kann ich eher nicht dienen. bin LINUX-DAU.




    In diesem Zusammenhang noch 2 weitere Fragen

    1) Bei QNAP scheint es keine aktuellen 5-Schacht-NAS-Boxen zu geben. Gibt es dafür einen Grund??


    2) Falls doch ein neues NAS her muss schwanke ich zwischen einer Billig-Lösung mit 4 Schächten (TS-431X2 mit 8GB RAM) und was besserem (zB. TVS-663 mit 8 oder 16 GB RAM),


    Bei einem neuen NAS möchte ich die Virtualisation Station ausprobieren. Hab einen Thread hier im Forum gefunden der jedoch widersprüchlich ist.


    * Kann ich mit den von mir angesprochenen NASen einen WIN7- oder WIN10- Rechner oder auch Linux mit Office, Mailprogramm und Browser realistisch virtualisieren oder benötige ich dazu ein NAS mit SSD´s (zB. TS-677 oder höher)??



    BRZLFIX

    Einmal editiert, zuletzt von brzlfix ()

  • Die Platten stehen auf der Kompatibilitätsliste?

    Das mit den Cold-Reboots hatte ich mit zwei TS 859, aber erst nach einem FW Update im Mai letzten Jahres.

    Allerdings wurde dabei keine HDD " verworfen", lediglich der chkdsk musste immer ausgeführt werden.

    Mit viel Glück ist es evtl. nur der Tray, Du könntest noch für wenig Geld einen neuen Tray-Einschub testen.


    Gruss

  • Aber der Tray ist doch nur ein bisschen Plastik...


    Hab im englischen Forum irgendwo was mit Backplane Problemen gelesen... der musste sein NAS einschicken.


    Hatte aber das selbe Problem wie du.


    Die x63er hat übrigens mit der x73 schon einen Nachfolger. Da bin ich jetzt mal auf die Performance gespannt... Warte noch auf die Lieferung des TS-873..

  • bez. Trays...


    Das könnte ich kontrollieren. NAS runterfahren. Die Trays von 2 Festplatten vertauschen. NAS neu starten und schauen ob dann die andere Platte "rausfällt".

    Dazu wäre es aber nötig dass der Rebuild funktioniert... X/ Bin bei 17% und die Festplatte ist immer im Bereich zwischen 30 und 35% rausgefallen. Die Hoffnung stirbt zuletzt. :|

    chkdsk (File-System not clean) muß ich so gut wie bei jedem (auch geplanten) Neustart ausführen. Daran hab ich mich schon gewöhnt.


    Danke für den Tip mit dem x73. Habe ich auf dem Radar.


    Hab im englischen Forum irgendwo was mit Backplane Problemen gelesen... der musste sein NAS einschicken.

    Das ist - leider - auch meine Vermutung. Das NAS ist inzwischen immerhin 6 Jahre alt.


    BRZLFIX

  • Hallo,


    welche FW ist auf deinem NAS installiert?


    Zitat

    QNAP Kompatibilitätsliste

    Nicht empfohlen für dieses Produkt.

    TS-569L
    Die folgenden Artikel sollten nicht mit diesem Produkt verwendet werden:

    Marke Modell Rang / Familie Typ Festplatten-Firmware Kapazität (GB) Hinweis
    Seagate ST5000AS0011 Archive HDD SATA 6Gb/s (SATA III) 5000 siehe unten
    Seagate ST6000AS0002 Archive HDD SATA 6Gb/s (SATA III) 6000
    Seagate ST8000AS0002 Archive HDD SATA 6Gb/s (SATA III) 8000


    Hinweis:

    Seagate ST8000AS0002

    From Seagate recommendation:

    Archive HDDs are not intended for surveillance or NAS applications, and you may experience lower performance in these environments. For these applications, Seagate NAS HDDs and Seagate Surveillance HDDs are suggested for better performance and reliability.

    Für eine genauere Diagnose müßtest du die HDD an einem PC mit den Seagate SeaTools testen.

  • Ja, aber wenn du dir mal durchließt warum, schreiben sie nur, dass die Platten langsamer als die anderen sind und daher "not recommended"...


    Wenn man das NAS nur als Backup nimmt, ist das vollkommen legitim auf Platten zu setzen, die für genau sowas gemacht sind...


    Hab hier in meinem Server auch seit Jahren zwei 3TB AS Platten von Seagate am Laufen und noch nie Probleme damit. Die sind bei mir aber auch nur Datengrab...


    Generell sollte man von Platten mit weniger als 7200 u/min einfach keine Rekorde erwarten. Deswegen wundert es mich auch, dass alle Welt so auf die WD red steht... Die sind doch arschlahm...

  • Deswegen wundert es mich auch, dass alle Welt so auf die WD red steht... Die sind doch arschlahm...

    Wenn's aber wurscht ist ;-)


    Ne' im Ernst, ich habe auch etliche dieser WD im RAID5 laufen und da sind sie noch immer um einiges schneller, als durch das 1Gb Netz daher kommt. Also setze ich nur auf deren Vorteile, sie sind leiser und verbrauchen weniger Strom, sowohl im IDLE als auch unter Volllast.


    Der Rest (Geschwindigkeit) ist bei RAID5 mit 1Gb Anbindung für die Katz ...

  • welche FW ist auf deinem NAS installiert?


    4.3.4.0820


    Sollte der Rebuild erfolgreich abgeschlossen werden ( bin aktuell bei 55%) werde ich die HD in meinen PC einbauen und durchchecken lassen. :thumbup:


    Mir war von Anfang an klar dass die SG Archive nicht empfohlen wurde. Das hat die 5 Platten nicht daran gehindert 4 Jahre lang (da bin ich von den angesprochenen WD-RED auf Seagate umgestiegen) problemlos zu funktionieren. Ich frag mich immer wieder warum gerade eine Platte zickt.

    Einmal editiert, zuletzt von brzlfix ()

  • Vor einigen Jahren gab es hier Problem mit den WD-Green, die bei einigen Usern erst nach längerer Zeit auftraten, bei anderen überhaupt nicht.

    Sebst das WD-Tool "Data Lifeguard Diagnostics-Dienstprogramm" zeigte keine Fehler.

  • Ja, aber wenn du dir mal durchließt warum, schreiben sie nur, dass die Platten langsamer als die anderen sind und daher "not recommended"...

    Am Ende steht aber auch noch "For these applications, Seagate NAS HDDs and Seagate Surveillance HDDs are suggested for better performance and reliability."


    Sie haben also auch eine schlechtere Betriebssicherheit bzw. Zuverlässigkeit.

  • ja klar, weil die nicht auf random reads und writes ausgelegt sind, die Köpfe also gabz anders gelagert sind.


    Eine Archiv Platte muss einfach nur große Mengen Schlucken und sich dann möglichst lange drehen ohne kaputt zu gehen.

  • Es geht „lustig“ weiter…


    Vorletzte Woche hat es mir auf meinem PC einen RAID-5 zerrissen ( eine von 3 Platten defekt, trotzdem RAID tot, nicht degraded. :cursing: Seltsamerweise konnte ich die „defekte“ HD danach problemlos neu formatieren und HDTest konnte keine Fehler finden… :/ ) den ich wegen meiner NAS-Probleme längere Zeit nicht mehr gesichert habe. Ich konnte zum Glück einen Grossteil der Daten retten. Gespeichert habe ich sie auf das NAS, während der Rebuild des RAID-5 lief.


    Gestern habe ich den PC-RAID neu erstellt und wollte mit der Rücksicherung der Daten vom NAS auf den PC beginnen. (Der Rebuild des NAS war zu diesem Zeitpunkt erfolgreich abgeschlossen). Leider hatte ich weder über das LAN noch über den Browser Zugriff auf das TS-569L.


    Ich wusste dass gerade ein Sicherungsjob vom NAS auf ein externes Gehäuse lief, die Festplattenlichter spielten „Saturday Night Fever“ und die Front-LED blinkte wieder mal Rot/Grün (also RAID schon wieder im „Degraded“-Mode). Ein Ping auf das NAS war noch erfolgreich, sonst ging jedoch gar nichts mehr.


    Also habe ich gestern einen Cold Reset durchgeführt. Ohne Ergebnis. Die Platten-LED´s blinkten wie verrückt und das war´s. Also habe ich einen Monitor an das NAS angehängt und wieder kalt durchgestartet.


    Das NAS startete, dann kam noch eine Meldung, dass der Kernel in das RAM geladen wird, dann kam ein weisses QNAP-Logo auf schwarzem Grund und ab diesem Moment wurde es langweilig da sich nichts mehr änderte. Also ab in´s Bett :sleeping: und mit der Hoffnung auf ein Wunder heute wieder vor den Bildschirm. Das weisse Logo auf schwarzem Grund war immer noch da.


    Vor 3 Wochen hätte ich wahrscheinlich auf meine Daten gepfiffen und hätte die Spaltaxt aus der Garage geholt aber es ist schon erstaunlich wie sehr man durch diese massive Anhäufung von Problemen abstumpft. Auf jeden Fall ist 3 weitere Cold Resets später das NAS wieder hochgefahren.


    Jetzt gibt es etwas Neues zu berichten. Die „Problemfestplatte“ im Schacht 3 ist zwar noch aktiv im RAID-Verbund, der Rebuild läuft wieder einmal X( , jetzt zeigt das NAS jedoch – erstmalig - ein SMART-Problem an (ungewöhnliche Sektoren). Derzeit läuft gerade ein Festplattentest am NAS, als nächstes wird die HD dann am PC mit HDTest geprüft

    Möglicherweise ist ja doch die HD Ursache meines Problems, aber warum tritt der SMART-Fehler (eigentlich ist es ja zu diesem Zeitpunkt nur eine Warnung) erst jetzt auf? Ich weiss gerade nicht ob ich zum Heulen anfangen soll…


    Fazit: Ich bin schon in der Endauswahl für ein neues NAS. Ich habe keinen Bock mehr auf einen derartigen Stress. :thumbdown:


    BRZLFIX

  • und da sind wir wieder an dem Punkt angelangt, wo ich mit mir hadere ob ein RAID6 wirklich die erste Wahl für mich ist oder ob ich nicht langfristig mit einzeldisks und mehreren Backups stabiler und sicherer unterwegs bin.....

  • brzlfix die ständigen Rebuilds werden deinen angeschlagenen Festplatten vermutlich auch nicht besonders gut tun. Hast du schon mal eine neue Festplatte versucht, statt die zickende, alte Platte? Mit vier Jahren vermutlich im Dauerbetrieb haben die ja doch schon einiges an Betriebsstunden.


    Für mich habe ich den Plan, wenn da mal eine Platte Probleme macht, NAS herunter fahren (via VPN von überall auf der Welt), auf dem Heimweg kurz beim Lokalen Festplattendealer eine neue kaufen und die dann daheim einsetzen und das Rebuild starten mit neuer Platte. Das geht natürlich nur auf der Privat-NAS ohne Berufliche Abhängigkeit.

  • ich würde eine scheinbar defekte Platte auch erst ausgiebig testen, wenn sie ersetzt ist....


    Sobald da SMART Errors hochlaufen, raus damit.

  • Vor 3 Wochen hätte ich wahrscheinlich auf meine Datengepfiffen und hätte die Spaltaxt aus der Garage geholt

    Ich versuche mir das jetzt mal bildlich vorzustellen ... ein schöner Gedanke.^^


    Davon ab, ich bin ein glühender Verfechter der "ohne Raid Lösung" in privaten Haushalten. Das was ich hier an Problemen mit Festplatten und Raid Konfigurationen lese, bestätigt mich darin.

    Festplattenausfälle häufen sich nun einmal in Raid Umgebungen, Änderungen der Raid Konfiguration gehen häufig mit Problemen einher und schließlich wird die Lese- und Schreibgeschwindigkeit meistens schlechter als besser.

  • @ MoeD

    Die Problemplatte habe ich bereits vor Tagen aus dem NAS gezogen. Ich werde sie in den nächsten Tagen ausgiebig an meinem PC mit HDDScan austesten ...


    Spätestens übermorgen bin ich mit allen Datensicherungen so weit fertig dass es mir egal ist falls aus dem RAID-5 noch eine weitere Festplatte ausfallen sollte. Dann habe ich alles Wichtige 2 Mal gesichert. Daher sehe ich die Sache inzwischen etwas entspannter ... :beer:




    Neues NAS und neue Festplatten habe ich heute geordert.


    Das alte TS-569L wird mit 4 Platten im RAID-5 neu aufgesetzt. Vielleicht belege ich den "zickenden" Steckplatz testweise mit einer Single-HD und schaue mal was kommt. Den RAID kann ich ja später immer noch erweitern.


    Die zickende Festplatte wird im neuen NAS testweise als Single-HD eingesetzt und dann wird sich herausstellen ob sie sich wieder "normal" benimmt.



    BRZLFIX

  • Davon ab, ich bin ein glühender Verfechter der "ohne Raid Lösung" in privaten Haushalten. Das was ich hier an Problemen mit Festplatten und Raid Konfigurationen lese, bestätigt mich darin.



    Bei Festplattendefekten ist es völlig unerheblich ob ich ein Raid betreibe oder nicht. Habe ich in beiden Fällen kein Backup ist das

    eigenes Unvermögen aber nicht ein Problem des Systems.


    Das gilt auch wenn ich an der Raid-Konfig "rumspiele".