Angepinnt Starthilfe: aller Anfang - Teil 2: Das Einrichten der Festplatten

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  • Starthilfe: aller Anfang - Teil 2: Das Einrichten der Festplatten

    Mavalok2 hat eine neuen Artikel hinzugefügt:



    In diesem Artikel geht es nicht um eine technische Anleitung, sondern um konzeptionelle und strategische Überlegungen wie das Projekt "QNAP" umgesetzt werden kann - eine Starthilfe zu den richtigen Ansatzpunkten. Ohne wälzen von einschlägiger Fachliteratur wird es auch hier nicht gehen - je nach Projekt und Wissensstand.

    Grundsätzlich gibt es hier kein Richtig oder Falsch, sondern was ist für mein Projekt die optimale Herangehensweise und Lösung. Eine Entscheidung die letzten Endes jeder für sich selbst fällen muss.



    Nachdem wir uns im 1. Teil (Starthilfe: aller Anfang - Teil 1: Der Kauf) Gedanken darüber gemacht haben welche QNAP denn die richtige sein könnte und welche Festplatten es sein sollen, geht es im 2. Teil darum wie die Festplatten eingerichtet werden sollen. Hier gibt es verschiedene Ansätze und Möglichkeiten.





    1. Die Basis



    …oder die Frage: Einzellaufwerk, RAID oder JBOD?

    Eine Frage die zu Beginn nicht immer leicht zu beantworten ist und sich leider meist im Laufe der Nutzung verändern kann.

    Die gute Nachricht zuerst: Dies lässt sich meist im Nachhinein auch ohne größere Probleme ändern. Aber auch hier gilt: „Besser einmal richtig, als zweimal falsch.“



    Aber vielleicht beginnen wir hier mit der Erklärung der Begriffe.





    1.1 Einzellaufwerk



    Hier wird jede eingebaute Festplatte für sich alleine benutzt. Dies ist so wie man es meist vom PC her kennt.

    Dies würde ich bei nur einer verbauten Festplatte oder bei NAS mit nur einem Schacht empfehlen.



    Was sind die Vorteile?

    Kein Speicherverlust durch Ausfallsicherheit: Es kann die volle Kapazität der Festplatten verwendet werden

  • Gute Zusammenfassung

    Dieser Satz ist meines Wissens nicht ganz korrekt: "Fällt die Festplatte mit dem Betriebssystem aus steht eine Neuinstallation der QNAP an".

    Apps, Standard-Ordnerstruktur und Benutzereinstellungen werden auf der ersten installierten Festplatte (oder SSD) installiert, das ist richtig, Betriebssystem/Frmware ist in einem 512GB Flashspeicher "DOM" (Disk on Module) gespeichert und wird von dort beim Start ins RAM geladen.

    Spannend wird es bei den unterschiedlichen Volumen, die hier noch nicht besprochen sind. @an3k hat in diesem Thread eine Reihe interessanter Erklärungen dazu zusammengestellt, die man vielleicht mal gestrafft und noch etwas klarer herausgearbeitet hier mit einfliessen könnte.
  • Bernietheone schrieb:

    Apps, Standard-Ordnerstruktur und Benutzereinstellungen werden auf der ersten installierten Festplatte (oder SSD) installiert, das ist richtig
    Aber das macht eigentlich eine Installation aus. Die Firmware ist schnell wieder aufgespielt.

    Bernietheone schrieb:

    Betriebssystem/Frmware ist in einem 512GB Flashspeicher "DOM" (Disk on Module) gespeichert
    Nicht alle QNAPs verfügen über DOM.

    Bernietheone schrieb:

    Spannend wird es bei den unterschiedlichen Volumen, die hier noch nicht besprochen sind
    Stimmt. Aber irgendwie würde der Beitrag dann ausufern, wenn ich alles zum Thema Festplatten mit aufnehmen würde. Mir geht es hier in erster Linie um Grundlagen für eine erste Installation.
    Und dass ich Verfechter von einem einzigen Volume bin geht denke ich auch aus dem Artikel heraus. :D
    Aber das Thema "Volume" ist schon auf meine Liste gewandert. :)
  • Was ist denn eigentlich mit dem Systemvolume ?

    Das ist so ein Punkt bei QNAP der etwas untergeht. Soweit ich das sehe läuft ja nur der kleinste Teil des Systems auf dem internen Flash. D.h., das Systemvolume wird automatisch das / die Laufwerke, die man bei Erstinbetriebnahme einrichtet. Ich habe eine einzelne SSD im System, die ich am liebsten dafür vorgesehen hätte ( bei ausreichend Slots hatte daraus sicherlich auch ein RAID 1 ) gemacht. Ich weiss nicht, ob es wirklich einen gravierenden Unterschied macht, weil das System jetzt am laufen ist und ich das nicht umfrickeln möchte. Ausserdem kann man ja inzwischen bei einige Apps ja auch expliizit auf andere Volumes verschieben, so dass man hier etwas Flexibilität hat.

    Ist meine Vermutung also prinzipiell zutreffend, dass es am sinnvollsten wäre, zuerst bspw. die schnellsten Platten bzw. SSD einzurichten, damit das System erstmal mit maxmimaler Performance läuft und dann weitere Platten etc. hinzufügt ? Hat jemand das mal probiert und macht es wirklich eine wesentlichen Unterschied ? Ich hatte schonmal in einem anderen Thread meine doch ziemlich langen Bootzeiten angesprochen (ca. 5-10min. +), würde sich also ein Systemvolume auf der SSD erheblich bemerkbar machen oder läuft doch noch viel aus dem Flash. Es sind ja nur 512MB bei vielen, bei den neueren auch mal 4GB wie ich gesehen habe. Womöglich macht es da nicht mehr einen so großen Unterschied.

    Edit:
    - Ich sehe, die Frage wurde schon teilweise angesprochen, aber nicht so ganz eindeutig beantwortet.
  • Mavalok2 schrieb:

    Aber das macht eigentlich eine Installation aus. Die Firmware ist schnell wieder aufgespielt.
    Ja, mir geht es nur um das Wording, es ist halt (normalerweise) nicht das Betriebssystem das auf der ersten Platte installiert wird sondern die Grund- oder Standardinstallation der Ordnerstruktur/Standardapps und Einstellungen. Im erweiterten Sinne und der Vereinfachung halber kann man das natürlich auch als "Betriebssystem" bezeichnen.


    Mavalok2 schrieb:

    Stimmt. Aber irgendwie würde der Beitrag dann ausufern, wenn ich alles zum Thema Festplatten mit aufnehmen würde. Mir geht es hier in erster Linie um Grundlagen für eine erste Installation.

    Macht Sinn, andererseits wird der User natürlich sofort bei der Einrichtung seiner Platten vor diese Frage mit den 3 Möglichkeiten Static/Thick/Thin gestellt. Wie du bin auch ich ein (meistens) Static-Anwender und handle die Struktur mit Ordnern ab. Man sollte aber wissen worauf man bei der Wahl von Static verzichtet (Snapshots, Versionierung etc.) und was das in der Praxis bedeutet.

    nasferatu schrieb:

    Ist meine Vermutung also prinzipiell zutreffend, dass es am sinnvollsten wäre, zuerst bspw. die schnellsten Platten bzw. SSD einzurichten, damit das System erstmal mit maxmimaler Performance läuft und dann weitere Platten etc. hinzufügt ? Hat jemand das mal probiert und macht es wirklich eine wesentlichen Unterschied ? Ich hatte schonmal in einem anderen Thread meine doch ziemlich langen Bootzeiten angesprochen (ca. 5-10min. +), würde sich also ein Systemvolume auf der SSD erheblich bemerkbar machen oder läuft doch noch viel aus dem Flash. Es sind ja nur 512MB bei vielen, bei den neueren auch mal 4GB wie ich gesehen habe. Womöglich macht es da nicht mehr einen so großen Unterschied.
    Genau das habe ich am Wochenende gemacht: Meine TVS-473 neu installiert auf eine m.2 SSD mit 512GB. Erst danach habe ich die Platten in die Einschübe gepackt und Daten auf diese aufgespielt: Startet jetzt, weil alles auf SSD ist, das System schneller? Nein. Ich kann weder vom Systemstart her noch von den Startzeiten der Standardapps eine Verbesserung erkennen,was dafür spricht das vieles beim Start ins RAM geladen wird und ggf. vom DOM/Startdisk nachgeladen wird. Im Moment werde ich es so belassen und werde mit einer zweiten m.2 SSD Redundanz für die Startdisk herstellen. Bei einer Neuinstallation würde ich die SSDs womöglich separat belassen und sie nicht mit der Startupdisk-Ordnerstruktur und den damit verbundenen Nachteilen (zuwenig Platz für Standardordner mit Daten) belasten. Andererseits hat man nur so die Sicherheit das alle Apps auf dieser Disk installiert werden (und nicht nur die die man manuell auf anderen Disks installeren lassen kann).

    Es wäre in diesem Zusammenhang interessant einmal zu erfahren wie eine typische QNAP Startprozedur abläuft und welche Daten wo landen, etc., vielleicht kennt jemand einen Link zu einer entspr. Erklärung?
  • Bernietheone schrieb:

    Man sollte aber wissen worauf man bei der Wahl von Static verzichtet (Snapshots, Versionierung etc.) und was das in der Praxis bedeutet.
    Stimmt. Sollte man eigentlich schon von Anfang an überlegen. Mal sehen, vielleicht wird Teil 3 der Serie über Volumes sein.

    Bernietheone schrieb:

    Ja, mir geht es nur um das Wording
    Wie würdest Du es denn mit einem Wort beschreiben?
  • Mavalok2 schrieb:

    Wie würdest Du es denn mit einem Wort beschreiben?
    Ich würde es als "Software Installation" bezeichnen, so wird es auch im QNAP-Manual beschrieben. Also: "Auf der ersten im NAS installierten Disk wird die Software Installation durchgeführt (Standard-Ordnerstruktur angelegt, Apps und spätere Einstellungen wie z.B. IP, Benutzer, etc. gespeichert), daher hat diese Disk im Rahmen der Installation eine besondere Bedeutung."

    Man könnte noch was zu RAID in diesem Zusammenhang schreiben, aber dann fängt es wieder an kompliziert zu werden.
  • Wie sieht das JBOD eigentlich aus, wenn da eine Festplatte ausfällt? Sind dann nur die Daten weg, die auf der kaputten Platte waren, oder, ähnlich wie beim RAID 0, alle?
    Vielleicht könntest du nochmal erwähnen, dass das Rebuild eines RAIDs Stress bei den Plattten verursacht und daher die Wahrscheinlichkeit steigt, dass eventuell eine weitere Platte ausfällt, was dann bei einem RAID 5 zuviel sein könnte. Und eventuell noch den TIpp geben, dass nach Möglichkeit Festplatten aus verschiedenen Batches genutzt werden sollten. (Ich weiß, es soll nicht zu technisch werden...)

    Und in der zweiten Zeile unter 1. Die Basis fehlt ein "e" am "eine Frage" ;)
  • steve-o schrieb:

    Wie sieht das JBOD eigentlich aus, wenn da eine Festplatte ausfällt? Sind dann nur die Daten weg, die auf der kaputten Platte waren, oder, ähnlich wie beim RAID 0, alle?
    Wenn bei einem RAID 0 oder einem JBOD eine Platte ausfällt ist nix mehr zu machen (versuchen kann mann es trotzdem mal).

    steve-o schrieb:

    Vielleicht könntest du nochmal erwähnen, dass das Rebuild eines RAIDs Stress bei den Plattten verursacht und daher die Wahrscheinlichkeit steigt, dass eventuell eine weitere Platte ausfällt, was dann bei einem RAID 5 zuviel sein könnte.
    Wichtig, ja. In dem Zusammenhang müsste man (eigentlich) auch die extrem lange Zeit eines Rebuild mit den heute immer mehr üblichen großen Platten 6, 8 oder gar 10TB erwähnen. Geht aber wohl für so ein Strategiepapier zu sehr in die Tiefe.
  • steve-o schrieb:

    Und in der zweiten Zeile unter 1. Die Basis fehlt ein "e" am "eine Frage"
    "Ein Frage" klingt doch viel besser. :) Danke.

    steve-o schrieb:

    Wie sieht das JBOD eigentlich aus, wenn da eine Festplatte ausfällt? Sind dann nur die Daten weg, die auf der kaputten Platte waren, oder, ähnlich wie beim RAID 0, alle?
    Eine gute und berechtigte Frage. Leider kenne ich die Antwort nicht dazu.
    Auf verschieden Seiten im Internet sind die Antworten unterschiedlich, aber eher düster, schließlich hat JBOD keine Redundanz.
  • Ich finde, dass im privaten Bereich das Feature "Ausfallsicherheit" überbewertet wird. Ich würde es als Luxus bezeichnen. Wirklich wichtig hingegen ist bei den strategischen Betrachtungen doch das Thema "Datensicherheit". Schade nur, dass das bei den meisten Kauf- und Konfigurationshilfen überhaupt nicht erwähnt wird und der hilfesuchende Anfänger unbewusst in die Irre geführt wird. Denn der merkt sich: Wähle ein Raid > 0, das ist sicher. Das investiert er vielleicht noch, damit ist dann aber auch sein finanzielles Budget häufig erschöpft. Er wird erst eines Besseren belehrt, wenn er wirklich Probleme mit seiner Datenintegrität bekommt und die Gefahr eines Totalverlusts droht.

    Deshalb mein Vorschlag: In dieser Starthilfe zumindest den Unterschied klarstellen: Ausfallsicherheit ersetzt keine Datensicherung.
  • In dem Zusammenhang ebenfalls eine Erwähnung Wert:

    Bin heute auf eine neue (gut, vielleicht kennt ihr die ja alle schon) Broschüre zu QTS 4.3 gestossen. Zwar nur in englisch, aber da sind eine Reihe Dinge ganz gut erklärt, das eine oder andere eignet sich da vielleicht zum übersetzen/einpflegen in diese kleine Starthilfe (z.B. Volumes).
  • phoneo schrieb:

    Deshalb mein Vorschlag: In dieser Starthilfe zumindest den Unterschied klarstellen: Ausfallsicherheit ersetzt keine Datensicherung.
    Ist angepasst. Danke.
  • Neu

    Mavalok2 schrieb:

    Bernietheone schrieb:

    Man sollte aber wissen worauf man bei der Wahl von Static verzichtet (Snapshots, Versionierung etc.) und was das in der Praxis bedeutet.
    Stimmt. Sollte man eigentlich schon von Anfang an überlegen. Mal sehen, vielleicht wird Teil 3 der Serie über Volumes sein.

    ...
    Danke für diese gute Übersicht. Sie hat mir gut geholfen bei der Einrichtung meines TS-531X.

    Allerdings möchte ich doch anregen, die Aussage bei den Nach-/Vorteilen "Nicht Bekannt" beim Themea Volumes (Kapitel 2.1 und 2.2) durch den obigen Hinweis auf den Verzicht von Snapshots (und Versionierung?) zu ersetzen. Muss ja nicht gleich eine vollständige Einführung zum Thema Snapshots folgen, aber man wüste dann, in welche Richtung man noch weiter suchen sollte.

    Mit Dank
    Klaus
  • Neu

    Ich denke, dass in diesem Fall mit "Versionierung" das Erstellen verschiedener Stände durch Erzeugung von mehreren Snapshot gemeint ist.

    KRausDO schrieb:

    Allerdings möchte ich doch anregen, die Aussage bei den Nach-/Vorteilen "Nicht Bekannt" beim Themea Volumes (Kapitel 2.1 und 2.2) durch den obigen Hinweis auf den Verzicht von Snapshots (und Versionierung?) zu ersetzen.
    Leider ist der Artikel nicht mehr editierbar. Aber es steht ja nun hier.

    Ich weiß, das Thema Volumes und Snapshots bin ich immer noch schuldig, aber um dem Thema gerecht zu werden müsste ich mich ein wenig mehr damit beschäftigen. Leider fehlt mir dazu im Moment die Zeit.