Auf der Suche nach einer neuen Türklingel

Kürzlich wurde ich in einem Blog auf ein Türklingel von der Firma Nest aufmerksam. Da ich immer auf der Suche nach etwas neuem bin und gerne technischen Schnick Schnack teste, habe ich auf http://www.nest.com die Nest Türklingel näher angeschaut.


Optisch ist die auf den Namen getaufte Nest Hello Türklingel echt schick und kann mit der eingebauten HD Kamera im 160° Weitwinkel jeden erfassen, der an der Tür die Klingel betätigt. Weil ich kein großer Klaut Cloud Fan bin, habe ich versucht zu ermitteln ob es wie in letzter Zeit Mode, nur mittels Cloud Zugriff besteht oder doch die Option alles lokal zu sichern vorhanden ist.


Leider wurde ich enttäuscht, da das Sichern der erfassten Daten nicht lokal möglich ist! Nun kommen wir auch zum eigentlichen Grund für meinen Artikel. Warum muss alles und jeder immer und das ohne Alternative in der Cloud laufen und gesichert werden? Vor dem Hintergrund der DSGVO stellt sich mir dann auch die Frage ob und wie ich all den "Klinglern" beibringe, dass Sie im Moment des Erscheinens vor der Kamera online sind. Neben dem Anschaffungspreis von 279 € kommen weitere laufende Kosten hinzu. Der Clou(d) an der Geschichte oder doch nicht, sind die laufenden Kosten die gezahlt werden sollen und das für eine Türklingel.


So bietet Nest den Dienst Nest-Aware der dann mal eben noch weitere Kosten und das monatlich kosten soll:


5 Tage 10 Tage 30 Tage
5-tägiger Videoverlauf 10-tägiger Videoverlauf 30-tägiger Videoverlauf
Videoaufzeichnung rund um die Uhr Videoaufzeichnung rund um die Uhr Videoaufzeichnung rund um die Uhr
Intelligente Warnungen Intelligente Warnungen Intelligente Warnungen
Clips und Zeitraffer Clips und Zeitraffer Clips und Zeitraffer
Alarmbereiche Alarmbereiche Alarmbereiche
5€/Monat 10€/Monat 30€/Monat
50€/Jahr 100€/Jahr 300€/Jahr


Quelle https://nest.com/de/cameras/nest-aware/


Mein Fazit: Schade eigentlich, da das Produkt optisch überzeugt und technisch sehr interessant erscheint. Doch so wird das leider nichts.


Design

Preis / Leistung


Bild Quelle http://downloads.nest.com/press/

Kommentare 17

  • Mal anders gefragt:

    Ihr wollt eine smarter Klingel bauen, welche auch von unterwegs mit dem Smartphone einsehbar ist. Das war der leichte Part.


    Nun der schwere Part: Das ganze soll massentauglich sein und auch von Leuten, die nur ein Tablet oder Smartphone haben, bedienbar sein, d.h. nur eine dynamische IP, evtl. sogar DSLite, Firmwareupdates kennen die nicht, Konfigurationen kennen die nicht,...


    Wie setzt man dies nun um, ohne cloud und ohne laufende Servicekosten?

  • Wie ist denn das mit der Erlaubnis für solch eine Klingel, die ja durchaus so montiert werden kann, dass öffentlicher Raum überwacht wird? Man kann doch damit sicherlich auch aufzeichnen. Ich meine das durchaus nicht kritisch sondern eher ulkig. Man steht dann mit dem Schraubendreher in der Hand auf dem Flur und montiert eine Überwachungskamera, während drei Meter weiter der Hausmeister auch mit einem Schraubendreher steht und aus Datenschutzgründen die Namen von den Klingelschildern entfernt.

  • Hier noch ein aktueller Artikel passend zum Thema, dass Cloud nicht immer nur gut ist.

    https://www.heise.de/security/…wt_mc=rss.ho.beitrag.atom

  • Ich find es interessant das XY Hersteller ständig mit ihrem Cloudkram um die Ecke kommen, die Chinesen oftmals aber dem Kunden überlassen ob man die Cloud (natürlich in China) oder aber durch Flashen einer anderen Firmware (z.B. Tasmota bei Sonoff Geräten) diese Komplett "aussperren" und sich mit dem heimischen Netzwerk verbinden lassen.
    Warum können das namenhafte Hersteller nicht?

    • Wenn man teuer Dienst verkaufen kann liegt das wohl am Wollen, nicht am Können.

    • Leider korrekt Mavalok :'(...
      Es müssen erst mehrere x00.000 Kunden zu anderen Herstellern wechseln, bis das auch hier ankommt.
      Leider haben viele keine Zeit, Interesse, Lust oder Verständnis sich über andere Produkte zu informieren bzw. diese umzuflashen = Förderung dieser teuren "Politik" hier.

  • Zitat von Christian

    Vor dem Hintergrund der DSGVO stellt sich mir dann auch die Frage ob und wie ich all den "Klinglern" beibringe, dass Sie im Moment des Erscheinens vor der Kamera online sind.

    Du musst halt neben der Klingel ein Display befestigen, die die Datenschutzbestimmungen anzeigt und von jedem Klingler vor dem Klingeln gelesen und bestätigt werden muss. Erst dann darf die Klingel funktionieren.

    Mal im Ernst: Wie will man so ein Produkt DSGVO konform kriegen? Cloud geht schon mal überhaupt nicht und selbst lokal ist, naja.

    • Technischer Schnick schnack ;) ... die Tage werden kürzer und ich suche Beschäftigung :P

    • Du sprichst mir aus der Seele!
      Gerade das Thema "alles in die Cloud" geht mir fürchterlich auf die Nerven - ich möchte meine Daten (egal welche) nicht auf irgendwelchen Servern in irgendeinem DataCenter liegen haben. Natürlich, wir können das heute nicht mehr wirklich verhindern, gläsern sind wir bis zu einem gewissen Punkt mittlerweile alle. Dennoch, überall wo ich es verhindern kann, sorge ich auch dafür, keine Daten "sonstwo" zu hinterlegen.

    • Wenn man bzw die Hersteller wenigsten parallel fahren würden aber nein. Frei nach dem "Motto alles in die Cloud" :thumbdown:

    • Das Beste dabei finde ich dann immer Firmen, die ihre Daten (oder Services) mittlerweile alle in die Cloud legen - und irgendwann mit Schrecken feststellen, dass das tolle Glasfaserkabel 1 Strasse weiter "mal eben" durchgebaggert wurde. Dann werden "mal eben" >100 Mitarbeiter nach Hause geschickt, weil auch die flehentlich vorgebrachten Anrufe beim Provider nur zu einem Achselzucken führen :)

      Schöne neue Clou... Welt *G*

    • Dein Szenario ist durchaus realistischer, als mancher - der jetzt gelächelt hat - meinen würde. Nicht unlängst ist in meiner Gegend für insgesamt 1 1/2 Tage das komplette Kommunikationsnetz ausgefallen - kein Festnetz, kein Mobilnetz, kein Internet und teilweise kein TV. Ich habe gelächelt, weil meine Infrastruktur für so einen Fall ausgelegt ist - privat und geschäftlich. Andere wahrscheinlich weniger, die von Internet und Cloud-Diensten völlig abhängig waren. Hat auf jeden Fall heftige Diskussionen in der Lokalpolitik ausgelöst - nicht ganz unverständlich.

      Ich schätze mein Chef war das erste mal froh, dass ich ihm die Cloudisierung ausgeredet habe.