Testbericht – TVS-473e-4G Teil 3: Installation und QTS

Der Testbericht weitet sich eher zu einem Testtagebuch aus. Aber ein schnelles Abhandeln der TVS-473e würde dem NAS nicht gerecht werden, stecken die Unterschiede zu kleineren Modellen doch in den kleinen aber feinen Details. Da ich in letzter Zeit nur mit den kleineren Modellen zu tun hatte, finde ich eben diese eher verstecken Details sehr spannend und möchte darauf hinweisen. Damit der Bericht nicht zu unübersichtlich wird – auch für mich zum Schreiben – teile ich ihn in kleinere Berichte auf. Ich hoffe man mag mir nachsehen, dass der Testbericht ein wenig umfangreicher ausfällt als ansonsten üblich.

Nach dem es in den ersten beiden Teilen vor allem um die Hardware ging, geht es im 3. Teil um die Firmware (QTS), dessen Inbetriebnahme, Neuerungen, Unterschiede zur vorherigen QTS Version und sonstig Besonderheiten.

1. Display und Bedien-Wipp

Das erste was bei diesem Modell beim Einschalten ins Auge springt ist natürlich das blau leuchtende zweizeilige Display. Dieses kenne ich schon von meinem großen NAS, dem TS-809 Pro, welches aber schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat. Mit der Bedien-Wippe kann man diverse Informationen abfragen, wie z.B. die Firmware-Version, NAS-Name und Modell, sowie die IP-Adressen der LAN- und Wifi-Adapter.



Zusätzlich kann auch eine Vielzahl an Einstellungen direkt am Display vorgenommen werden. Leider erweist sich das Bedienen mit nur 2 Tasten als äußerst mühsam, da so weder ein Abbrechen noch ein Zurück möglich ist. In dem doch recht großen Menü mit vielen Einstellungen verstrickt man sich – zumindest ich – sehr schnell. Seit 2010 scheint sich hier nicht viel getan zu haben, denn bei der TS-809 Pro aus diesem Jahr ist die Bedienung genau gleich geblieben. Hier wäre eine 3 Taste sicher nicht verkehrt, wenn man dies wirklich sinnvoll nutzen will. Aber ich denke ohnehin, dass dies eher als Notfall-Option anzusehen ist.

2. Die Installation

Trotz Kritik am Display und deren Bedienung erweist sich das Display bei der Installation für mich schon als nützlich. Da ich das NAS nicht per Kabel ans Internet anschließen kann (Wäscheleine durch die Wohnung), schließe ich das NAS direkt per LAN am Computer an. Am Display kann ich nun mit ein paar Tastendrücken ablesen welche IP-Adresse der LAN-Adapter bekommen hat. Somit ist weder ein Nachsehen im Router/DHCP-Server noch ein Bemühen des Qfinders notwendig

Nun kann man im Browser einfach die IP-Adresse eingeben – im meinem Fall musste ich den Adapter des Computers noch anpassen – und mit der Installation beginnen. Mit der „Intelligenten Installationsanleitung“ wird man nun Schritt für Schritt durch den Installationsprozess begleitet (siehe auch Screenshots Bilder-Galerie).


Auf dem NAS ist schon ein ziemlich aktuelles QTS-Image vorhanden – in der Version 4.3.3.0370 - welches dann auch installiert wird. Somit ist eine Standalone-Installation ohne Internet problemlos möglich.
Kleines Detail am Rande: Dies ist ein QTS-Version, die man nicht von der QNAP-Homepage herunterladen kann.
Leider ist keine Option vorhanden die es ermöglichen würde eine aktuelles Image von der QNAP-Homepage als Installationsbasis an und mitzugeben – so wie ich es von den kleineren Modellen zu kennen glaube (die letzte Installation ist aber schon eine Weile her, kann mich also auch irren :D ). Somit musste ich zuerst die vorgegeben Version installieren und dann per Firmware-Aktualisierung das aktuelle Image einspielen. Dies ist sicher kein großer Mehraufwand, muss man allerdings mehrere NASe installieren ist man um jeden Schritt dankbar der entfallen kann. Natürlich kann man sagen, dass die normale Installation übers Internet geht und hier wahrscheinlich die aktuelle Version nachgeladen worden wäre, aber eigentlich installiere ich meine NASe immer so. Auch in der Firma hänge ich nicht als erstes zu installierende Geräte ins Internet – vor allem Geräte, die dann nicht an diesem Standort in Betrieb gehen.

Wie dem auch sein, die Grundeinstellungen sind schnell gemacht. Die größte Aufgabe wird es wohl sein sich zu entscheiden welchen RAID- und Volumen-Typ man verwenden will. Hier gehen die Meinungen stark auseinander und sollen an dieser Stelle nicht angesprochen werden. Welche Einstellungen ich zum Testen verwendet habe (siehe auch Bilder-Galerie):

Sind alle Einstellungen getätigt beginnt der Installations-Prozess. Dieser ist recht schnell fertig und anschließend kann auf die normale Benutzeroberfläche zugegriffen werden. Wer sich jetzt wundert, dass die Festplatten trotzdem noch wie wild am Arbeiten sind: Das RAID/Volumen ist sich am Synchronisieren und dies wird auch noch eine Weile so bleiben. Bei mir hat es mit einem 2.2 TB Volumen als RAID5 4 Stunden und 20 Minuten gedauert. Also Zwangspause, denn in diesem Zustand ein Firmware-Update nur schon versuchen zu wollen > *kopfschüttel*.
Trotz Dauerstress der Festplatten und ca. 15% CPU-Belastung sind die Temperaturen insgesamt moderat geblieben ohne dass die Lüfter – von denen es zwei gibt – großen Radau veranstaltet hätten. Das System ist angenehm leise geblieben. Aber natürlich hört man die Festplatten „Rödeln“, dies lässt sich wohl kaum vermeiden.

3. Firmware Aktualisierung


Nachdem die Synchronisation beendet ist steht die Firmware Aktualisierung an, denn schließlich soll hier die aktuellste QTS Firmware getestet werden.
Dies geht sehr einfach per WebGUI und heruntergeladenem Firmware-Image. Dies habe ich einem anderen Artikel ausführlich erläutert.


ie Aktualisierung geht bei diesem Modell erstaunlich schnell. Bei dieser Hardware allerdings nicht ganz unerwartet.

4. Neuerungen


Nach dem obligatorischen Neustart steht einem das neue QTS 4.3.4 zur Verfügung. Das Erste was hier ins Auge springt ist die neue Qboost-Funktion mit seinem Maskottchen.


Ob die Animationen, die beim erledigen der Optimierungs- und Bereinigungs-Aufgaben gefallen wollen wird wohl Geschmackssache sein. Die Funktion des Optimieren des Arbeitsspeichers und das Aufräumen und Bereinigen des Speicherplatzes erscheint mir jedoch sinnvoll.

Als nächstes fällt das überarbeitete – früher Speichermanager genannte – „Speicher & Snapshots“ Menü auf. Hier wird sich wohl am meisten getan haben zur vorherigen Version, vor allem bei Snapshot und Replica. Aber darauf möchte ich später eingehen.


Ansonsten sind es wohl eher Kleinigkeiten und zusätzliche Apps aus dem AppCenter die geändert wurden. Aber es ist ja ohnehin nur ein kleiner Versionssprung von QTS 4.3.3 auf 4.3.4

5. Performance


Aber das was am meisten interessiert bei einem leistungsfähigen NAS wie diesem ist natürlich auch die Performance. Leider musste ich recht schnell feststellen, dass ich eigentlich nicht die geeigneten Hardware habe um dieses NAS richtig zu fordern.

Deshalb zuerst ein paar Basistest um festzustellen, was die Eisenwölfe in diesem NAS den überhaupt zu leisten vermögen.


Beim Kopieren über das Netzwerk stellt sich schnell heraus, dass hier 1GbE der limitierende Faktor ist. Denn per NFS erreiche ich sowohl lesend als auch schreibend so an die 115 MB/s, was so ungefähr dem Maximum von Gigabit-Ethernet entspricht.

6. Sprich zu mir – oder die kommunikative QNAP


Die TVS-473e ist eine recht kommunikative QNAP. Sie spricht, sie piept und zeigt auch auf dem Display an, was sie so gerade tut.

Über die 2 eingebauten Lautsprecher vermeldet sie den Status wie:
„Shutting down“
„System boot completed“
„Firmware update completed“
Kleines Gimmick, nicht notwendig aber nett - leider nur in Englisch und Chinesisch. Ah, ich kann die Kritiker schon hören: „Was nicht in Japanisch? Das geht aber überhaupt nicht“ :D Ich denke, wenn hier alle Sprachen eingebaut würden, dann hätte das Firmware-Image nicht 200 MB Größe sondern 2 GB und dies kann wohl niemand wollen.
Einziger Negativpunkt: Die Lautsprecher knacksen ganz kurz beim Hochfahren. Nicht sehr laut, aber deutlich wahrnehmbar.

Wer eine stumme QNAP bevorzugt, der wird auch über das Display über die verschiedenen Status informiert.


7. Diverses
Hier noch ein paar assortiert Dinge:

Die TVS-473e besitzt keinen Ruhe- oder Standby-Modus. Die Festplatten gehen zwar brav in den Ruhemodus, das ganze NAS kann jedoch nicht schlafen geschickt werden. Auch hier zeigt sich, dass das Einsatzgebiet für dieses NAS eher im Business- und Produktiven-Bereich angesiedelt ist.

Das NAS erzeugt ein leichtes Brummen. Ob dies von den Festplatten – den Seagate Ironwolfs, die nicht unbekannt dafür sind, ein Brummen erzeugen zu können – oder von der QNAP kann ich nicht beurteilen. Das Geräusch ist einem normalen Arbeitsumfeld nicht störend, aber nicht zwingend für das stille Lesezimmer wünschenswert.

Im Innern der QNAP leuchten irgendwelche Kontroll-LEDs, auch wenn sie ausgeschaltet ist. Da diese im Umfeld der Lüftungsöffnungen sind leuchtet die QNAP grün im dunklen Raum und wirft richtig spooky Schatten. Ich denke nicht dass dies beabsichtigt ist, sieht aber trotzdem ganz nett aus. :D

Es besteht die Möglichkeit festzulegen wie viel Speicher der Grafikkarte zugeteilt wird. Obwohl die TS-451A auch einen HDMI-Anschluss besitzt, wäre mir eine solche Einstellung nicht bekannt. Wenn man die Grafikkarte nicht oder nicht hochauflösend verwendet, kann man mehr Arbeitsspeicher freigeben.

Die Einstellungen der 2 Lüfter unterscheidet sich ein wenig von den der anderen Modelle die ich kenne.

QNAP weißt darauf hin, dass Snapshots das System verlangsamen können. Da ich vorher nicht mit Snapshots gearbeitet habe, weiß ich nicht wirklich, ob dies neu ist.

Dieses Modell hat oben in der WebGUI zusätzlich ein Icon für die Lautstärkensteuerung.

Der D-Link DWA-172 USB-Wifi-Stick funktioniert an diesem Gerät, wird jedoch nicht auf der QNAP-Kompatibilitätsliste geführt.

Der Malware Remover lässt sich ohne zusätzliche Installation von Python installieren. Entweder ist unter QTS 4.3.4. standardmäßig die notwendig Version installiert oder der Remover benötigt Python in dieser Konstellation nicht mehr. Vielleicht weiß hier jemand anders mehr dazu.

8. Bilder-Galerie



9. Zwischenfazit


Ein wenig schade finde ich das schwierige Bedienkonzept mit der Wippe für das Display. Man würde meinen, dass hier in den Jahren was besseres zustande gekommen sei. Auch wenn – oder gerade deshalb – man dieses nicht viel verwenden wird.


Aber ansonsten gibt es eigentlich nicht viel zu meckern und das zu Beanstandende ist Meckern auf hohem Niveau.

Und bevor mir die Kritiker die „Bude“ einrennen, wieso ich so eine gute Wertung für das QTS vergebe, während bei Ihnen nur Problem herrschen:
Diese Wertung ist unvoreingenommen nur für diesen Test, so als ob ich ansonsten nichts von QNAP wüsste. Und beim Testen ist nun mal nichts vorgefallen. Dass dies bei einem Langzeittest ein wenig anders auffallen könnte, aber nicht muss, dürfte jedem bewusst sein.