TS-431P2 Test

Seit 2015 sind bei mir Geräte der TS-x31 Serie im Einsatz, namentlich TS-231, TS-431+ und nun auch die TS-431P2.
Die TS-431P2 soll hier vorgestellt werden.


Verpackungsinhalt
Das Gerät wird mit Netzteil, Kurzanleitung und Schrauben für die Montage von 3,5“ und 2,5“ Festplatten geliefert.
Auch zwei Netzwerkkabel sind mit an Bord.




Gehäuseaufbau
Das Gehäuse des TS-431P2 ist sehr kompakt gehalten und ist im Vergleich zu den Vorgängermodellen TS-431,TS-431+,TS-431P augenscheinlich unverändert.
Die Verarbeitung ist durchweg gut, zweckmäßig und dem Preis angemessen.
Leider muss man auch beim TS-431P2 bei der Festplattenauswahl etwas aufpassen, wenn man das NAS geräuscharm betreiben möchte. Die Festplattenschlitten aus Kunststoff besitzen keinerlei nennenswerte Entkopplung zwischen NAS und Festplatte, sodass unruhige Festplattenmodelle zu unangenehmen Brummgeräuschen führen können.
Hier muss dann ggf. das NAS auf eine geräuschhemmende Matte gestellt werden, um dem entgegen zu wirken.
Der integrierte 12cm Lüfter des NAS macht dagegen beim normalen NAS-Betrieb nicht negativ auf sich aufmerksam und kann über die Admin-Oberfläche auch zusätzlich konfiguriert werden.




Anschlüsse
An der Front befindet sich wie gewohnt ein USB3-Port für die One-Touch Copy Funktion, auf der Rückseite die bekannten zwei USB3 Ports, der Dual-Port Gigabit Anschluss sowie der Anschluss für das externe Netzteil.
Wer von dem Ur-Modell TS-431 umsteigt wird vielleicht den eSATA Port vermissen - dieser ist allerdings seit dem TS-431+ schon nicht mehr an Bord gewesen und im Regelfall leicht zu verschmerzen.




Erweiterbarkeit
Es ist bei TS-431P2 möglich, Erweiterungsgehäuse anzuschließen - dies war bei den Vorgängern TS-431/+/P bisher nicht möglich.
Konkret unterstützt werden hier die UX-500P und UX-800P, die sich über USB anbinden lassen.
Maximal können laut Kompatibilitätsliste 2 Erweiterungsgehäuse angeschlossen werden, das wären demnach beachtliche 20 Festplatten, die sich mit der TS-431P2 verwalten lassen!
Auch dem bsiher recht knapp bemessenen Arbeitsspeicher kann auf die Sprünge geholfen werden - bis zu 8GB werden hier unterstützt, allerdings ist insgesamt nur ein DDR3L-SODIMM installierbar, sodass vorher installierte Modul ersetzt werden muss (Im Testgerät war ein 4GB DDR3L-1600 Modul verbaut).#




Inbetriebnahme
Die Festplatten werden gewohnt einfach in die Schlitten geschraubt und anschließend in das Gehäuse geschoben.
Die Platteneinschübe lassen sich arretieren - abschließbar sind die Schächte (wie in den Vorgängermodellen) nicht.
Nach dem Einschalten kann das System einfach über QFinder oder Cloud Setup Qnap-typisch problemlos in Betrieb genommen werden. Auch NAS-Einsteiger sollten hier nicht auf Probleme stoßen.
Wichtig bei der Inbetriebnahme ist das Firmware-Update auf QTS 4.3.4, da andernfalls die Snapshot-Funktion nicht genutzt werden kann. Auf diesen Umstand wird auf der Verpackung bereits hingewiesen.
Wer sein TS-431P2 bei der Inbetriebnahme ohnehin mit dem Internet verbunden hat und automatisch die Firmware installieren lässt, hat hier kein Problem. Alle anderen müssen hier beim Download der Firmware darauf achten, die richtige Version zu installlieren.


Stromverbrauch
Das häusliche Verbrauchsmessgerät zeigt beim Einschalten ohne Festplatten knapp ca. 10 Watt an. Nach dem Start des Gerätes werden im Idle-Betrieb 8,2 Watt angezeigt. Der Stromverbrauch im Betrieb mit Festplatten ist abhängig vom verwendeten Festplattenmodell und findet daher hier keine Erwähnung. Auch sei zu bemerken dass das Messgerät keine hohe Genauigkeit liefert - als grobe Indikation über den Verbrauch sind diese Angaben jedoch durchaus brauchbar.


Performance
Natürlich sind ARM-basierte NAS-Systeme nicht auf Höchstleistung ausgelegt.
Für den typischen Hausgebrauch reicht die Leistung des Quad-Core 1,7Ghz ARM v15 Cortex Prozessors jedoch allemal.
An Grenzen stößt die Heimanwenderin jedoch, wenn die Volume-Verschlüsselung aktiviert werden soll.
Während die Verschlüsselung zwar seit der TS-431+ mit erträglichen Datenraten nutzbar ist, schafft es jedoch auch die TS-431P2 nicht, den Gigabit-Anschluss in auszulasten - mehr als 86 MB/s war in den Kopiertests nicht drin. Im Resource Monitor lässt sich hier klar die CPU als Engpass ermitteln.
Ohne Verschlüsselung schafft selbst die TS-431+ bereits Gigabit-Geschwindigkeit - hier sind im normalen Hausgebrauch keine Engpässe zu erwarten.


CPU-Auslastung während Schreibtests auf verschlüsseltem Volume



Fazit
Wer ein zuverlässiges, einfach einzurichtendes NAS-System sucht, welches in erster Linie der Speicherung von Daten dient, liegt mit diesem Gerät genau richtig.
Das Gerät lässt für diese Preisklasse kaum Wünsche offen. Softwareseitig bietet das QTS-Betriebssystem eine Fülle von Möglichkeiten.
Ist RAID 5 verzichtbar, findet sich im kleinen Bruder, der TS-231P2 eine noch günstigere Alternative mit nur 2 Laufwerksschächten.
Im Vergleich zu den Geräten mit x86 CPU ist beispielsweise Virtualisierung nur in Form der Container-Station verfügbar - und auch hier muss man immer im Hinterkopf behalten, das nur Software für ARM-CPUs ausgeführt werden kann. In meinem persönlichen Szenario übernimmt beispielsweise ein in der Container Station laufendes ubuntu Funktionen, die bisher ein Rasperry PI erledigt hat.


Anhang - Datentransfer-Tests


Rahmenbedingungen
Ziel war es, eine Benutzererfahrung zu messen, die der durchschnittliche Anwender ebenfalls nachstellen kann.
Daher wurde das NAS weitgehend in Standard-Einstellungen betrieben.
Einzige Änderung: SMB Protokollversion 3 wurde auf dem NAS aktiviert
Die Testdatei war grundsätzlich 4GB groß.
Die Messergebnisse wurden zwar unter Linux ermittelt, konnten aber grundsätzlich unter Windows mittels einfachem Kopiertest grundsätzlich bestätigt werden.


Netzwerk
- Gigabit Switch Netgear GS108E
- MTU 1500 (Standard)


Austattung des Client-PC
- Intel i5-7200U CPU @ 2.50GHz CPU
- 8 GB RAM
- Linux 4.13.0-32-generic (ubuntu)


NAS
Qnap TS-431P2, QTS 4.3.4.0435
4x Hitachi Enterprise HDD 2TB im RAID5


Festplatten-Leistung (QTS Performance Test)
HDD1: 150,34 MB/s (168 IOps)
HDD2: 146,48 MB/s (150 IOps)
HDD3: 147,27 MB/s (146 IOps)
HDD4: 145,60 MB/s (154 IOps)


SMB 3.0 Transfer-Tests
Ohne Volume-Verschlüsselung

Lesen Schreiben
Lauf 1: 108,4 MB/s
Lauf 2: 109,7 MB/s
Lauf 3: 109,0 MB/s
Lauf 4: 108,4 MB/s
Lauf 5: 108,3 MB/s
Lauf 1: 99,8 MB/s
Lauf 2: 105,5 MB/s
Lauf 3: 108,9 MB/s
Lauf 4: 102,3 MB/s
Lauf 5: 104,7 MB/s


Lese-Tests: rsync
Schreib-Tests: dd if=/dev/zero of=qq bs=1M count=4096 oflag=dsync


Mit Volume-Verschlüsselung

Lesen Schreiben
Lauf 1: 84,7 MB/s
Lauf 2: 84,3 MB/s
Lauf 3: 85,9 MB/s
Lauf 4: 85,9 MB/s
Lauf 5: 86,2 MB/s
Lauf 1: 85,8 MB/s
Lauf 2: 87,5 MB/s
Lauf 3: 86,3 MB/s
Lauf 4: 83,8 MB/s
Lauf 5: 85,5 MB/s


Lese-Tests: rsync
Schreib-Tests: dd if=/dev/zero of=qq bs=1M count=4096 oflag=dsync


NAS-interner Schreibvorgang
(angemeldet per ssh, 4GB von /dev/zero schreiben auf Raid5 Volume)

Ohne Volume-Verschlüsselung Mit Volume-Verschlüsselung
Lauf 1: 184,17 MB/s
Lauf 2: 197,01 MB/s
Lauf 3: 193,57 MB/s
Lauf 4: 175,41 MB/s
Lauf 5: 190,56 MB/s
Lauf 1: 91,9 MB/s
Lauf 2: 87,9 MB/s
Lauf 3: 87,7 MB/s
Lauf 4: 87,0 MB/s
Lauf 5: 89,2 MB/s