Starthilfe: aller Anfang - Teil 1: Der Kauf

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  • Aller Anfang ist schwer. Auch die erste Einrichtung einer QNAP gestaltet sich für die meisten nicht gänzlich ohne Probleme. Es gibt viel zu wissen, viel nachzulesen und auszuprobieren. Die Möglichkeiten scheinen schier endlos zu sein.
    Beim ganzen technischen Hin und Her bleibt bei den meisten grundlegende konzeptionelle und strategische Überlegungen auf der Strecke.

    In diesem Artikel geht es nicht um eine technische Anleitung, sondern um konzeptionelle und strategische Überlegungen wie das Projekt "QNAP" umgesetzt werden kann - eine Starthilfe zu den richtigen Ansatzpunkten. Ohne wälzen von einschlägiger Fachliteratur wird es auch hier nicht gehen - je nach Projekt und Wissenstand.
    Grundsätzlich gibt es hier kein Richtig oder Falsch, sondern was ist für mein Projekt die optimale Herangehensweise und Lösung. Eine Entscheidung die letzten Endes jeder für sich selbst fällen muss.


    1. Das erste Projekt: der Kauf einer QNAP

    Für die meisten beginnt das (erste) QNAP-Projekt mit der richtigen Auswahl des QNAP-NAS. QNAP bietet eine Fülle von verschieden NASen an, mit unterschiedlichen Gehäuseformen, Anzahl an Schächten, Prozessor-Leistung, Prozessor-Typ, Arbeitsspeicher, Netzwerkanschlüssen und Software-Ausstattung. Hier das passende Gerät zu finden ist schon mal nicht so einfach.
    Hier sollte man sich Gedanken machen für was und wie die QNAP eingesetzt werden soll. Je nachdem ist ein anderes Gerät optimal. Dazu sollte man sich folgende Fragen stellen:

    Wie viel Speicherplatz benötige ich?
    Um die Fotos des jährlichen Urlaubs zu sichern wird wohl keine QNAP mit 16-Schächten notwendig sein.
    Mal überschlagen wie viel an Datenbestand schon vorhanden ist.
    Grundsätzlich ist zu sagen, dass die Datenmengen immer größer werden. Digitale Bilder und Filme nehmen an Größe zu, da die Auflösung und Qualität immer besser wird. Dies erkauft man sich mit mehr Speicher. Also genügt Reserve für die Zukunft einplanen.
    Aktuelle 3,5" Magnet-Festplatten (HDD) gibt es in Größen von 1 TB bis 10 TB.
    Ein NAS mit entsprechend vielen Schächten auswählen. Auch schon ein späteres Aufrüsten mit in Betracht ziehen. (siehe auch Punkt 2)

    Wie soll die QNAP eingesetzt werden? Was soll mit der QNAP gemacht werden?
    Dient die QNAP als Datengrab, Backup oder als All-in-One-Gerät?

    Welche Software-Ausstattung benötige ich?
    Möchte ich Virtualisieren fallen alle nicht nicht x86-kompatiblen Geräte schon mal weg.
    Außerdem gibt es etliche Geräte auf den andere spezielle Software vorhanden ist.

    Wie viel Prozessorleistung und Arbeitsspeicher benötige ich?
    Klar je mehr, desto besser. Dies bedeutet aber auch:
    • mehr Anschaffungskosten
    • mehr Stromkosten
    • mehr Wärme, was wiederum mehr Kühlleistung und mehr Lärm bedeutet.
    Wer sich es zutraut kann je nach Modell Prozessor und Arbeitsspeicher nachträglich selbst aufrüsten.

    Wo soll die QNAP platziert werden?
    Je nach Standort ist eine andere QNAP sinnvoll.
    Es gibt große und kleine, leise und laute, Desktop- und QNAPs für den Rack-Schrank.
    Für das Wohnzimmer dürfte wohl eine kleine, leise QNAP die richtige Wahl sein, während im Serverraum einer Firma dies keine Rolle spielen dürfte und die Rack-Schrank-Variante zum Einsatz kommen könnte.

    Wie werden die Daten gesichert? Wie sieht die Backup-Strategie aus? Danke @Ezekiel666
    Sämtliche Daten wollen auch gesichert werden. Bei einer QNAP mit z.B. 8 Festplattenschächten und 10 TB Platten kommt einiges an Datenmaterial zusammen. Da kann man nicht eben mal mit einer externen USB-Festplatten ein komplettes Backup erstellen. Unter Umständen ist ein zweites NAS und eine ausgeklügelte Backup-Strategie zum Sichern der Daten notwendig. Deshalb die Daten-Sicherung gleich mit planen.
    Genauere Überlegungen zum Thema Sichern der Daten in einem der folgenden Artikel.

    Welche Daten werden verarbeitet? Welcher Datendurchsatz wird benötigt?
    Was für die meisten Privatanwender mit normalen Anwendungen wie Office, Bildbearbeitung, Musik- und Videostreaming etc. wohl kein Thema sein wird, da hier alle QNAP-NASen ausreichend Durchsatz bieten, kann für den Power-User und im geschäftlichen Umfeld - z.B. für Videoschnitt, Visualisierung und Virtualisierung - zum richtigen Problem werden.
    Auch die Anzahl der zugreifenden User kann zu einem Thema werden.


    Vermutlich hätten hier die Meisten gerne eine Tabelle, wo man seine Anforderung ankreuzen könnte und dann gesagt bekommt welches Gerät man nehmen muss. Leider ist dies nicht so einfach. Dies ist für jeden Fall individuell.
    Der nette QNAP-Verkäufer in Deiner Nähe ist Dir bei der Auswahl der richtigen QNAP sicher gerne behilflich.


    2. Der Kauf der Festplatten

    Nachdem man sich nun durch unzählige Prospekte und technische Spezifikationen gequält hat und sich letztendlich für eine Gerät entscheiden konnte, stellt man fest, dass die Geräte ohne Festplatten ausgeliefert werden und man sich nun an die Auswahl der Festplatten machen muss.

    Festplatten gibt es wie Sand am Meer, verschiedene Marken, Größen und Modelle für verschiedene Einsatzgebiete.

    Welches Modell soll ich nun nehmen?
    • Grundsätzlich empfiehlt sich ein Modell, welches für den Einsatz in einem NAS konstruiert wurde. Das heißt nicht, dass andere Modell nicht funktionieren oder Probleme verursachen, nur dass diese Modelle speziell für den NAS-Betrieb ausgelegt wurden. Außerdem empfiehlt es sich ein von QNAP auf Kompatibilität getestetes Modell zu verwenden. Dies ist hier nachzuschlagen: Kompatibilitätsliste. Andere Modelle können Probleme verursachen. Leider ist es nicht so, dass jede Festplatte mit einer QNAP (gut) funktioniert.
    • Meist werden 3,5" Magnet-Festplatten (HDD) verwendet, in einigen Modellen gibt es auch 2,5" Schächte. In den meisten 3,5" Schächten können auch 2,5" Festplatten eingebaut werden, benötigen aber gelegentlich zusätzliche Halterungen.
    • SSD (2,5" Flash-Speicher) und M.2-Speicher (spezieller M.2 Steckplatz oder mit PCI-Express-Adapter) werden eher für Spezialaufgaben wie Virtualisierung verwendet, denn zur Speicherung von Daten, da die Speichermedien weniger groß und vor allem teurer sind.
    Welche Größe soll ich nehmen?
    • Die Größe hängt vom benötigten Speicherplatz ab. Grundsätzlich würde ich den Platz großzügig auslegen, denn Speicherplatz hat man meisten immer zu wenig. Der anfänglich große Speicher kann sich schnell als zu klein erweisen. Hat man erst mal Speicher findet man immer mehr Daten die man nun Speichern kann. Schnell ist der Platz voll.
    • Zusätzlich hängt es noch davon ab, auf viele Platten die Daten verteilt werden sollen.
    • Aktuelle 3,5" Magnet-Festplatten (HDD) gibt es in Größen von 1 TB bis 10 TB.
    • Je nach Anzahl von Festplatten-Slots (Bays) kann die QNAP auch später mit zusätzlichen Festplatten bestückt werden.
    Wie viele Festplatten benötige ich?
    Dies hängt von verschieden Faktoren ab:
    • Zum einen vom benötigten Platz.
    • Zum Anderen in welchem "Modus" die Platten verwendet werden. Festplatten können als Einzellaufwerk, RAID und JBOD eingesetzt werden.
      Einzelfestplatten: Die eingebaute Festplatte wird als einzelnes Laufwerk betrieben. Die einzelne Festplatte kann aber in mehrere Partitionen unterteilt werden. Einzelfestplatten haben den Nachteil, dass die nicht vor einem Ausfall schützen.
      RAID und JBOD: Hier werden mehrere Festplatten zu einem Laufwerk zusammengefügt. Zum Einen um eine einzige größere Festplatte zu erhalten oder Ausfallsicherheit zu erreichen.
      Auf die einzelnen RAID-Varianten werde ich bei einem späteren Punkt ausführlicher eingeben. Wer sich schon ausführlicher damit beschäftigen will kann sich hier schon einlesen: Wikipedia - RAID
    • Auch hängt es davon ab wie viele Festplattenschächte die QNAP hat und wie eine mögliche spätere Ausbaustrategie des Speicherkapazität aussehen kann. Es kann nicht schaden sich schon von Anfang an Gedanken darüber zu machen.
      Ein Beispiel:
      In einem 4-Schacht NAS anstelle von 4 x 2 TB Platten das NAS komplett zu füllen am Anfang 2 x 4 TB Platten verbauen. Dann bleiben 2 Schächte zum späteren Nachrüsten.
    So nun seit Ihr an der Reihe. Dieser Beitrag soll kontinuierlich weiterentwickelt werden. Was fällt Euch noch konzeptionelles zu dem Thema "QNAP-NAS und Festplattenkauf" ein.
    Bitte keine zu technische Dinge, hier geht es nur um konzeptionelle und strategische Überlegungen.


    Weitere Teile folgen.

    654 mal gelesen

Antworten 4

  • Mavalok2 -

    Danke für den Hinweis. Das werde ich dann sicher in dem Teil mit der Sicherung hineinnehmen. Aber ich dann nicht alle Punkt/Artikel schon im Punkt 1 unterbringen. :)

  • steve-o -

    Vielleicht unten nochmal drauf hinweisen, dass ein RAID wirklich nur vor einem Ausfall schützt und nicht ein Backup ersetzt.

  • Mavalok2 -

    Eigentlich wollte ich das Thema im 2. Teil behandeln. Aber Du hast recht, man sollte dies schon vor dem Kauf überlegen.

  • Ezekiel666 -

    Vor dem Kauf bitte auch direkt überlegen, wie die wirklich wichtigen Daten gesichert werden :)